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Kostenlose Parkplätze - es geht um die Bratwurst

Unternehmen sponsert Platz

Vor einer Woche hat Ruth Knappmann aus Vinnum ihren Imbiss am Parkplatz am Selmer Bahnhof eröffnet. Kurz darauf beschwerte sich ein Anwohner über Geruchsbelästigung bei der Stadt - die weder etwas dagegen tun kann noch will. Der Grund: die speziellen Eigentumsverhältnisse der Fläche - und kostenloses Parken.

SELM

, 20.10.2016
Kostenlose Parkplätze - es geht um die Bratwurst

Ruth Knappmann aus Vinnum steht mit ihrem Wurstwagen "Curry 31" täglich am Bahnhof in Selm.

Eine Woche ist es her, dass Ruth Knappmann aus Vinnum ihren Imbiss eröffnet hat. Curry 31 heißt die Heißtheke auf Rollen mit Reibekuchen, Pommes und eben Wurst. Sie steht nur wenige Schritte vom Haltepunkt der Deutschen Bahn an der Lüdinghausener Straße entfernt – am Rande des Parkplatzes, der besonders ist. Dabei sieht er unscheinbar aus: eine Asphaltfläche ohne Markierungen und ohne Hinweisschilder. Rund 30 Autos parken an diesem Morgen – alle kostenlos und ohne Parkkarten.

Beschwerde bei der Stadt wegen Geruchsbelästigung

Einem Anwohner hat es gestunken, dass auf dem Platz nahe seiner Haustür inzwischen nicht nur geparkt, sondern auch gegrillt wird. Er hatte sich an die Stadt Selm gewandt mit dem Anliegen, die Braterei zu verbieten – wegen der zu befürchtenden Geruchsbelästigung.

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„Wir haben daraufhin einen Ortstermin gemacht“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann, „zusammen mit Vertretern des Kreises Unna“. Das Ergebnis: „Es gibt keinerlei Geruchsbelästigungen für die Anwohner.“ Und damit keinen Grund, warum Ruth Knappmann dort nicht stehen dürfte.

Und auch keine Handhabe, es ihr zu verbieten. Denn der Grund und Boden gehört der eigentlich für Pendlerparkplätze zuständigen Stadt gar nicht. Ebenfalls nicht der Deutschen Bahn, deren Sprecher klarstellt, „dass wir grundsätzlich keine Parkplätze zur Verfügung stellen müssen“. „Das ist unser Parkplatz“, sagt der Jürgen Wildermann, der stellvertretende Leiter des benachbarten Raiffeisen-Marktes.

Kostenlos Parken für Bahnkunden, Imbiss-Chefin zahlt Miete

Das Besondere: Das Unternehmen stellt den Bahnkunden – anders als Imbiss-Chefin Ruth Knappmann, die eine Miete zahlt – die gesamte Fläche kostenlos zur Verfügung: rund 40 Plätze. Es könnte das auch wieder sein lassen, meint Wildermann.

Ein Argument, dass wohl auch im Gespräch mit den städtischen Mitarbeitern fiel. „Ja“, sagt Stadtsprecher Woesmann, für die Stadt sei es eine glückliche Lösung, dass Raiffeisen den Parkplatz den Pendlern zur Verfügung stelle. Und nein, das habe keinen Einfluss auf die Geruchsfrage gehabt. „In mehr als zehn Metern Entfernung ist nichts mehr wahrzunehmen.“

Ruth Knappmann freut das. Sie hat inzwischen im kleinen Halbkreis vor ihrem Imbisswagen Blumenkübel aufgestellt. „Sonst würden die Autofahrer so weit vor unserem Wagen parken, dass ich die Klappe gar nicht mehr öffnen kann.“

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