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Neuer Verein plant Bau eines stationären Hospizes

Sterbebegleitung in Selm

Sterbebegleitung ist ein Thema, das in einer alternden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Doch erst ein stationäres Hospiz gibt es bisher im gesamten Kreis Unna. Zwei ehemalige Krankenschwestern möchten das ändern - mit einem Hospiz auf Selmer Gebiet. Den ersten Schritt haben sie bereits getan.

SELM

, 27.11.2014

Sterbebegleitung ist ein Thema, das in einer alternden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Und nicht immer ist es möglich, dass jemand die letzte Zeit seines Lebens zu Hause verbringt. Das bisher einzige stationäre Hospiz im Kreis Unna steht in Schwerte, fünf Plätze gibt es dort. Dazu kommen Einrichtungen etwa in Datteln, Dülmen oder Dortmund. Dennoch zu wenig, finden Sylvia Dotzauer und Manuela Büschgens. Die beiden ehemaligen Krankenschwestern haben einen ambitionierten Plan geschmiedet. Sie möchten auf Selmer Gebiet ein Hospiz mit zehn Plätzen errichten.  

Mit dem Thema Sterben sind beide in ihrem Berufsalltag viel in Berührung gekommen. Und hier entstand auch die Idee. "Mich hat es immer belastet", erzählt Dotzauer, "dass im Krankenhaus oft so wenig Zeit ist, die Sterbenden zu betreuen. Im Hospiz ist das anders, da können die Menschen in Würde sterben." Um ihre Idee in die Tat umzusetzen, gründeten die beiden Frauen im Mai den Hospizverein "Zum Regenbogen". Als Konkurrenz zu den ambulanten Hospizgruppen wie der Hospizgruppe Selm-Olfen versteht sich der Verein aber nicht: Der Vereinszweck - der Bau eines Hospizes - ist in der Satzung festgelegt. Etwa 1,5 Millionen Euro veranschlagen Dotzauer und Büschgens für den Bau inklusive Grundstück. Die wollen sie komplett aus Spenden aufbringen. Sobald das Grundstück da ist, hoffen sie auch auf Fördermittel aus der ARD-Fernsehlotterie und der Wohlfahrtspflege.  

Aber auch die Unterhaltung einer solchen Einrichtung kostet viel Geld. Einen Großteil würden die Krankenkassen bezahlen, aber etwa 25.000 bis 30.000 Euro, so schätzen sie, müssen jeden Monat als Spenden aufgebracht werden. Auf die Frage, wie sie eine so hohe Summe jeden Monat auftreiben wollen, sagt Büschgens: "Wir suchen Sponsoren im gesamten Kreis, die bereit sind, uns zu unterstützen." Der Verein hat bisher neun Mitglieder. Um ihn bekannter zu machen und neue Mitglieder sowie Unterstützer zu finden, wird er zunächst einmal mit einem Stand auf dem Adventsmarkt vertreten sein,  der am 29. und 30. November in Selm stattfindet .  

Beim Kreis Unna beobachtet man das Engagement mit Interesse und sieht zudem eine positive Entwicklung. Sozialplaner Hans Zakel sagt im Gespräch mit der Redaktion: "Früher gab es zehn Plätze in Dortmund für etwa eine Million Menschen. Das war viel zu wenig. Außerdem ist es auch nicht einzusehen, dass Menschen kurz vor ihrem Tod noch mal weit wegziehen müssen." In Unna gibt es derzeit auch konkrete Pläne für ein Hospiz, das in den Räumen einer ehemaligen Gaststätte entstehen soll. Auch in Lünen gibt es Pläne für ein Hospiz. Ein Hospiz in Selm könnte trotzdem sinnvoll sein, findet Zakel: "Wir möchten gerne ein möglichst gleichmäßig verteiltes Angebot. Wenn man drei Standorte hätte, davon mit Selm einen im Nordkreis, würden wir das natürlich sehr begrüßen." Auf Dotzauer und Büschgens warte aber nach seiner Einschätzung noch sehr viel Arbeit. Es gebe hohe bürokratische Hürden. "Vieles, was erst ganz einfach klingt, wird plötzlich komplizierter. Die Damen werden einen langen Atem brauchen."

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