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Politik diskutierte neuen Träger für Kindergarten Mittendrin

Ausschuss

Aufgabe der Trägervielfalt oder nötiges Mittel zum Zwecke der Haushaltskonsolidierung? An der möglichen Abgabe der städtischen Trägerschaft des Kindergartens Mittendrin scheiden sich die Geister.

SELM

von Von Malte Woesmann

, 12.06.2012
Politik diskutierte neuen Träger für Kindergarten Mittendrin

Die Leiterin der Kindertageseinrichtung und des Familienzentrum "Mittendrin" Kornelia Braun-Buldermann (r.) wünscht sich eine städtische Trägerschaft.

Schon als das Haushaltssanierungskonzept in der vergangenen Ratssitzung diskutiert und beschlossen wurde, war die Aufgabe der Trägerschaft von Mittendrin Thema. Nun, nach erfolgtem Beschluss die Trägerschaft abzugeben, geht es weiter.  Am Dienstag diskutierte der Ausschuss für Jugendhilfe, Familie und Soziales diesen Komplex. Zunächst hatte aber die Leiterin des Kindergartens, Kornelia Braun-Buldermann, die Möglichkeit, Stellung zu beziehen.

Sie warnte eindringlich vor der Aufgabe der städtischen Trägerschaft. „Die Zahlen und Fakten drücken nicht die Sensibilität des Themas aus", so Braun-Buldermann. Sie und die anderen Mitarbeiter würden bei einem Entschluss für einen anderen Träger in eine unsichere Zukunft entlassen. Schwerer wiege aber ihrer Ansicht nach der Verlust der Individualität. „Wir haben uns in 15 Jahren etwas aufgebaut. Dies ginge bei einem Trägerwechsel kaputt", warnte sie. Sie befürchte, dass das Leitbild des Kindergartens verloren ginge. „Auch die Neutralität der Religionszugehörigkeit spielt bei uns eine große Rolle."

Diese Argumente wurden auch von der Politik vernommen. „Wir werden Ihre Bedenken in unsere Überlegungen einbeziehen“, versprach Herbert Krusel. Zudem sei nun nur ein Entschluss zu fassen, Gespräche mit möglichen Trägern aufzunehmen. „Wir wissen ja gar nicht, ob es überhaupt einen Träger gibt, der den Kindergarten mit diesem Leitbild und mit unseren Bedingungen weiter führen möchte“, ergänzte Michael-Franz Knobloch. Margot Berten meinte dazu ebenfalls: „Wir prüfen, was kann uns ein anderer Träger bieten.“

Mit einer Gegenstimme stimmte der Ausschuss dafür, die Verwaltung zu beauftragen, nun Gespräche zu führen. Beigeordnete Sylvia Engemann berichtete hier bereits vom Interesse der Caritas und des DRK. „Wir werden aber auch mit allen anderen möglichen Trägern Gespräche führen", so Engemann. Sowohl Kindergarten als auch Politik würden dann zeitnah über die Ergebnisse informiert. Bei einer Übergabe der Trägerschaft würde die Stadt mindestens 22 600 Euro pro Jahr einsparen. „In unserer Haushaltssituation müssen wir leider über solch eher niedrige Summen nachdenken“, so der Ausschussvorsitzende Ernst-Jörgen Seiler.

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