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Politik ist sein Hobby

SELM Am vorletzten Tag des Jahres feiert der letzte lebende Ehrenbürger der Stadt Selm seinen 95. Geburtstag. Ferdi Spahn ist in Bork und Selm beliebt wie kein zweiter. Und in absoluter geistiger Frische verfolgt er nach wie vor die Politik vor Ort, die er viele Jahrzehnte lang prägte.

von Von Matthias Münch

, 28.12.2007
Politik ist sein Hobby

Ferdi Spahn wird am Sonntag 95 Jahre.

"Jeden Tag warte ich auf die Ruhr Nachrichten. Und im Fernsehen verfolge ich auch die große Politik. Im Sommer arbeite ich mit meiner Frau gerne noch ein bisschen im Garten", erzählt der Jubilar. Sein politisches und gesellschaftliches Engagement brachten Ferdi Spahn hohe öffentliche Auszeichnungen ein.

Neben der Selmer Ehrenbürgerschaft sind dies das Bundesverdienstkreuz am Bande, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und der goldene Verdienstorden der Bundeswehr.

Landgendarm in Salzkotten

Am 30. Dezember 1912 wurde Ferdi Spahn in Gelsenkirchen geboren, ging dort zur Schule und absolvierte eine Ausbildung als Industriekaufmann. 1935 verpflichtete er sich als Berufssoldat bei der Reichswehr. Den 2. Weltkrieg erlebte er an allen großen Fronten. 1945 kam er als Hauptfeldwebel in englische Gefangenschaft, wurde aber im Juli dieses Jahres schon wieder entlassen.

Er ging nach Salzkotten, wo seine Schwester und seine Frau Elisabeth lebten, die er bereits 1949 geheiratet hatte. Mit ihr feierte er bereits die Eiserne Hochzeit. Die beiden haben zwei Kinder, zwei Enkel und zwei Urenkel.

"In Salzkotten zog ich die Uniform gar nicht erst aus", erzählt der Jubilar: "Dort wurde ich Landgendarm." 1951 kam Ferdi Spahn dann als einer der ersten zur Bereitschaftspolizei nach Bork, wo er bis zur Pensionierung im Jahr 1984 blieb.

Politische Karriere begann in Bork

In Bork begann auch seine politische Karriere, obwohl er schon 1946 in die CDU eingetreten war. "Meiner Partei bin ich bis heute treu geblieben", sagt er. Er wurde Fraktionsvorsitzender der CDU in der Gemeindevertretung und der Amtsvertretung Bork. 20 Jahre saß er im Kreistag, zuerst im Kreis Lüdinghausen, zu dem Selm und Bork früher gehörten, dann im Kreis Unna. Zehn Jahre lang war er Abgeordneter in der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe in Münster.

Richtig bekannt wurde Ferdi Spahn aber als Bürgermeister der Gemeinde Bork von 1967 bis 1975. Zuvor war er sechs Jahre lang Stellvertreter. 1975 organisierte er in Selm und Bork die kommunale Neuordnung. Danach war er noch neun Jahre lang stellvertretender Bürgermeister in Selm.

"1984 habe ich dann alle politischen Ämter abgegeben. Man wollte mich nicht gehen lassen. Aber ich wollte das Jüngeren überlassen", erklärt der Jubilar. Der Rat verabschiedete ihn schweren Herzens und verlieh ihm die Würde des Ehrenbürgers.

Nach der Eisernen Hochzeit Hoffnung auf Gnadenhochzeit

Auszeichnungen bekam er auch in vielen Vereinen, unter anderem die Ehrenmitgliedschaft im MGV Union Bork und in der Bürgerschützengilde St. Stephanus. Dort ist ihm aber ein anderer Erfolg noch wichtiger: "1972 bis ich König geworden. Das ist das Höchste, das man im Schützenverein erreichen kann."

Glücklich ist Ferdi Spahn, dass er mit seiner Frau Elisabeth, die im nächsten Jahr 90 wird, schon so lange und so harmonisch zusammenlebt. Nun peilt er mit ihr die Gnadenhochzeit an: "Das ist sehr, sehr selten. Aber für uns ist es nicht mehr lange", sagt er. In drei Jahren wäre es soweit.

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