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Politiker stimmen für Container als Übergangslösung für volle Kindertagesstätten

Mehr Anmeldungen als Kita-Plätze in Selm

Um den Überhang an Anmeldungen für Kita-Plätze in Selm aufzufangen, wird es vorübergehend Containerunterbringung geben. Das haben die Politiker im Familienausschuss beschlossen. Doch Dauerlösungen sind in Sicht.

Selm

, 01.03.2018
Politiker stimmen für Container als Übergangslösung für volle Kindertagesstätten

Das Gebäude der ehemaligen Pestalozzischule am Pädagogenweg steht für Übergangs- und Dauerlösungen nicht zur Verfügung, sagt die Selmer Stadtspitze. © Arndt Brede

Die Fachverwaltung geht für das Kindergartenjahr 2018/2019 von einer Vollauslastung der vorhandenen 140 U3-Plätze in Tageseinrichtungen aus. 600 Ü3-Plätze werden laut Jugendhilfeplanung angeboten. Folge: Nach dem derzeitigen Stand der Anmeldungen haben 70 Kinder – davon 40 Kinder unter drei Jahren (U3) und 30 Kinder über drei Jahren (Ü3) – einen Ablehnungsbescheid von den Kindertageseinrichtungen (Kitas) bekommen.

Der Ausschuss für Jugendhilfe, Familie und Soziales machte jedoch am Mittwochabend einstimmig den Weg frei, eine Gruppe für 25 Kinder über drei Jahren für rund zwei Jahre bis Juli 2020 voraussichtlich in Containern unterzubringen. Die Container sollen an eine bestehende Kindertageseinrichtung in Selm angedockt werden. „Wir stehen in Gesprächen mit Trägern, können aber noch keine Lösung anbieten“, sagte Jugendamtschef Wolfgang Strickstrock in der Ausschusssitzung.

Neue Tagespflegeeltern in der Qualifizierung

Um aktuell den Bedarf an U3-Plätzen zu decken, sollen voraussichtlich zusätzlich acht Tagespflegemütter beziehungsweise -väter eingesetzt werden. Sie durchlaufen derzeit eine Qualifizierung.

Die Gründe für den Handlungsdruck, unter dem die Stadt steht: „Wir haben Einschätzungen anhand der neuen Baugebiete vorgenommen“, sagte Wolfgang Strickstrock. Kaum prognostizierbar sei jedoch gewesen, „dass jetzt deutlich mehr Familien mit kleinen Kindern nach Selm gezogen sind.“ Zweiter möglicher Grund für den Anmeldeboom: „Der Arbeitsmarkt bietet derzeit hohe Beschäftigungsraten, sodass Mütter und Väter sehr zeitig wieder in den Beruf einsteigen möchten.“

Übergangsvariante Container

Nun also die aktuelle Übergangsvariante mit Containern an einer bestehenden Kita. „Es wird auch zu Überbelegungen in einzelnen Kitas kommen“, berichtet der Leiter des Selmer Jugendamts.

Eine mittelfristige Unterbringungsvariante soll die neue Kita mit 70 Plätzen werden, die die Stadt auf dem Gelände der ehemaligen Pestalozzischule am Pädagogenweg errichten will. „Sie wird laut Planung im Sommer 2020 verfügbar sein“, erklärt Wolfgang Strickstrock.

Auch Anbau denkbar

Da das zukünftig auch nicht reichen könnte, sei die Stadt in Gesprächen mit Trägern von Kitas. Ziel sei, Überbrückungsmöglichkeiten, etwa durch Erweiterung zum Beispiel durch zusätzliche Container, zu schaffen, oder eine „Lösung durch einen Anbau.“ Damit die Stadt langfristig für denkbaren weiteren Anmeldeboom gewappnet sei.

Der Vorschlag von Maria Lipke (UWG), einen Teil des ehemaligen Gebäudes der Pestalozzischule am Pädagogenweg perspektivisch oder übergangsweise zu nutzen, kommt laut Sylvia Engemann nicht infrage. Gründe: „Das haben wir untersucht, aber das hat sich zerschlagen. Der Umbau wäre mit einem höheren finanziellen Aufwand verbunden, als der Neubau am Gebäude.“

Zudem werde das ehemalige Förderschulgebäude wegen des Umbaus des Jugendzentrums Sunshine voraussichtlich bis Ende 2018 vom Sunshine und vom Team Jugendförderung genutzt“, ergänzte Wolfgang Strickstrock.

Mehr Anmeldungen als Plätze
  • Von den 70 Kindern, die von Kitas abgelehnt wurden, seien der Stadt 35 Kinder bekannt, deren Eltern konkret beruflichen Bedarf an einem Betreuungsplatz bei der Stadt angemeldet haben, sagt Beigeordnete Sylvia Engemann.
  • Was mit den anderen 35 Kindern sei, wisse die Stadt nicht.
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