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Prignitzer Eisenbahn: Täglich neuer Ärger für die Pendler

Bahnstrecke Dortmund-Coesfeld

Seit 29 Jahren pendelt Bernhard Terhünte mit dem Zug von Gescher nach Dortmund zur Arbeit. In den vergangenen Tagen wurde die Fahrt mit der Prignitzer Eisenbahn für ihn jedoch zur Katastrophe - und nicht nur für ihn.

SELM

von Von Petra Kriegler und Peter Möller

, 13.08.2010

Seit vier Wochen wird an der Strecke gebaut. Längere Fahrzeiten und den Umstieg auf Busse haben die Reisenden längst eingeplant. Doch was ihnen im Verlauf der letzten Woche von der Prignitzer Eisenbahn (Betreiberin der Linie) und der Deutschen Bahn (Besitzerin der Gleise) zugemutet wird, macht viele wütend: Stellwerkschäden, Triebwerkschäden, der Ersatzverkehr wird spontan erweitert. Erst am Freitagmorgen fiel ein Zug komplett aus. Informationen und Durchsagen? Oft Fehlanzeige.

Für die Fahrt zwischen Selm-Beifang und Dortmund, die normalerweise eine halbe Stunde dauert, brauchte Martina Stallmann aus Selm seit Dienstag mehrfach fast zwei Stunden. "Ich weiß nicht, was mein Chef dazu sagt, wenn das nächste Woche noch so weitergeht", erklärt sie. Bernhard Terhünte hat in 29 Jahren immer mal wieder Probleme auf der Strecke erlebt, noch mit den alten Dampfloks. "Die letzte Woche war jedoch eine reine Katastrophe", sagt er. Aufgrund des Schienenersatzverkehrs wegen der geplanten Baustelle verlängere sich seine Fahrt von Gescher nach Dortmund um eine Stunde. Doch täglich kämen weitere Verzögerungen hinzu.

Enttäuscht ist Terhünte von der Prignitzer Eisenbahn. "Zu Anfang war der Service hervorragend", erzählt er, "die Züge waren fast immer pünktlich."  Die Toiletten im Zug seien mittlerweile eine reine Zumutung, meist defekt, häufig nicht gereinigt. Er bemängelt vor allem, dass es weder im Zug noch auf den Bahnhöfen vernünftige Durchsagen und Informationen gibt. Sein Eindruck ist, die Deutsche Bahn und die Prignitzer Eisenbahn würden nicht miteinander, sondern gegeneinander arbeiten.  Dass es in letzter Zeit zu Problemen auf der Strecke gekommen sei, sieht auch die Prignitzer Eisenbahn. Es komme immer wieder zu Störungen, sagte Prignitzer-Sprecherin Antje Pelikan bereits am Donnerstag gegenüber unserer Redaktion.

Am Freitag bedauerte ein Sprecher von Arriva, der Muttergesellschaft der Prignitzer Eisenbahn, die Unannehmlichkeiten. Es würden zeitnah Maßnahmen zum reibungslosen Ablauf eingeleitet. Welche Schritte Arriva damit meint, sagte der Sprecher nicht.

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