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Probealarm in NRW: Deshalb heulen am Donnerstag die Selmer Sirenen

Sirenen in Selm

Um 10 Uhr wird es am Donnerstag, 6. September 2018, laut in Selm. In einer NRW-weiten Aktion heulen die Sirenen zur Probe. Angst braucht deshalb keiner haben, so der Landrat. „Ahnung aber schon.“

Selm

, 06.09.2018
Probealarm in NRW: Deshalb heulen am Donnerstag die Selmer Sirenen

Zwölf Sirenen gibt es in Selm insgesamt. Eine von ihnen steht auf der Burg Botzlar. © Marie Rademacher

Drei Minuten wird es am Donnerstag (6. September 2018) dauern, bis alles wieder vorbei ist. So lange dauert nämlich der vom Land NRW initiierte Sirenen-Probealarm, der in dieser Form zum ersten Mal stattfindet. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen dazu gibt‘s hier:

Wozu ist ein solcher Probealarm eigentlich notwendig?

Es geht dem Land mit seinen Kreisen und Städten vor allem um Aufklärung. Denn: „Ältere können sich vielleicht an die Geräusche und ihre Bedeutung erinnern, Jüngere wissen meistens nicht Bescheid“, heißt es in einer Pressemittelung des Kreises Unna. Es gehe bei der Aktion darum, auf die Sirenen als solche aufmerksam zu machen, die Bedeutung der Signale in Erinnerung zu rufen und über das richtige Verhalten aufzuklären. „Wenn jeder Einzelne weiß, wie er sich zu verhalten hat, sinkt das Risiko für die Gesamtheit“, sagt NRW-Innenminister Herbert Reul.

Wie verhält man sich denn richtig, wenn es sich nicht um eine Probe handelt, wenn die Sirene losheult?

Darauf gibt es vom Kreis eine eindeutige Antwort: „Informieren Sie sich!“ Der Online-Auftritt der Lokalzeitung, das Radio, Fernsehen oder die Homepage von Stadt und Kreis: Hier gibt es im Fall der Fälle wichtige Infos darüber, was los ist.

Was für verschiedene

Signale gibt es denn?

Es gibt drei verschiedene Signale, wie der Kreis Unna auf seiner Internetseite, auf der es auch eine Hörprobe gibt, informiert. Bei einem Dauerton, der eine Minute lang immer wieder an- und abschwillt, handelt es sich um eine Warnung. Ein Dauerton, der eine Minute lang ohne dieses An- und Abschwellen anhält, signalisiert eine Entwarnung. Und – dieser Fall tritt am häufigsten auf – wenn eine Minute lang ein Dauerton erschallt, der zweimal unterbrochen ist, handelt es sich um die Alarmierung der Feuerwehr.

Ist der Sirenen-Alarm für die Feuerwehr in Zeiten von Digital-Funk und Handys überhaupt noch relevant?

„Ja“, sagt Selmer Wehrführer Thomas Isermann ganz klar. Allerdings werden die Sirenen für den Feuerwehralarm derzeit nur zu „personalungünstigen Zeiten“ eingesetzt – für die Feuerwehr ist das tagsüber. Zusätzlich werden die Wehrleute zwar über Funk und über das Handy informiert. Weil es aber immer sein kann, dass man keinen Empfang hat oder der Funk nicht durchgeht, gibt es in Selm weiterhin das Sirenensignal. Nachts nicht. „Da ist die Erreichbarkeit besser“, erklärt Isermann. Außerdem werden Anwohner so nicht aus dem Schlaf gerissen. Bei einem extremen Feuer, so Isermann, könne er aber nicht ausschließen, dass die Sirenen auch mal in der Nacht gehen. „Da gehen wir dann lieber auf Nummer sicher“, sagt er.

Wie viele Sirenen gibt es in Selm derzeit?

In der Stadt Selm sind aktuell zwölf Sirenen aktiv, wie Sprecher Malte Woesmann auf Anfrage mitteilt.

An folgenden Standorten in Selm sind Sirenen angebracht
  • Feuerwehrhaus Selm (Auf der Geist 2)
  • Bahnhof Beifang (Beifanger Weg 84)
  • Burg Botzlar (Botzlarstraße)
  • Autohaus Franzen (Waltroper Straße 70)
  • Amtshaus Bork (Adenauer-Platz 2)
  • Feuerwehrhaus Hassel (Püttstraße 3)
  • Gaststätte Klähr (Netteberger Straße 206)
  • Feuerwehrhaus Netteberge (Netteberger Straße 282)
  • Privathaus Kind (Cappenberger Damm 104)
  • Feuerwehrhaus Cappenberg (Rosenstraße 2)
  • Stadtwerke (Industriestraße 19)
  • Wüllhorst, Harkortstraße 14

Wie alt sind die Sirenen in Selm ungefähr?

Auch darauf hat der Stadtsprecher eine Antwort: Neu sind seit 2016 die Sirenenstandorte bei den Stadtwerken und der Firma Wüllhorst. „Auch die Standorte am Feuerwehrhaus Selm, Bahnhof Beifang und Feuerwehrhaus Cappenberg wurden mit modernen und sehr leistungsstarken Anlagen ausgestattet. Ebenfalls erhielten die Standorte Feuerwehrhaus Hassel, Netteberge und das Amtshaus Bork neue Systeme.“ Anders sieht das bei den restlichen vier Standorten aus: „Sie sind noch mit den solide laufenden E57-Sirenen aus den 1960er-Jahren ausgestattet. Aufgrund des Alters und der technischen Anforderung müssten diese jedoch in den nächsten zehn Jahren ebenfalls auf neuere Systeme umgerüstet werden.“ Neue Sirenenstandorte sind laut Malte Woesmann derzeit nicht geplant.

War es immer schon die Stadt, die sich federführend um die Sirenen „gekümmert“ hat?

Nein. „Bis zum Ende des Kalten Krieges wurden die Zivilschutzsirenen vom Bundesamt für Zivilschutz betrieben“, erklärt Malte Woesmann. Das änderte sich 1991. „Es wurde damals per Runderlass angeordnet, die Sirenenanlagen zu demontieren“, so der Stadtsprecher weiter. Allerdings hatten die Kommunen die Möglichkeit, die Sirenenanlagen zu übernehmen und weiter zu nutzen. So ist es in Selm geschehen.

Erschrecken soll sich keiner über den Probealarm – wie wurde informiert?

Zusätzlich zu den Infos in den Medien und im Netz hat der Kreis in Kindergärten, Schulen, in Altenheimen, Krankenhäusern und in Unterkünften für geflüchtete Menschen Handzettel in verschiedenen Sprachen verteilt. „Angst muss niemand haben, Ahnung schon“, sagt Landrat Michael Makiolla, dem am Donnerstag die Aufgabe zukommt, per Knopfdruck die insgesamt 140 Sirenen auszulösen, die es auf Kreisgebiet gibt.

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