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Quappen in der Lippe wieder heimisch

Erfolgreiche Neuansiedlung

Die Quappe, der einzige dorschartige Süßwasserfisch, schwimmt wieder in der Lippe. Ein Forschungs- und Aufzuchtprojekt des Landesfischereiverbandes Westfalen und Lippe (LFV) zur Bestandsförderung der stark gefährdeten Quappenpopulation erzielt erste Erfolge.

LÜNEN

12.06.2012

"Alles begann vor vier Jahren, als Angler sich zum Ziel setzten, den Quappenbestand an der Lippe zu erfassen und zu fördern“, berichtet Dr. Michael Möhlenkamp (LFV) bei der Vorstellung des Quappenprojektes des Verbandes an der Lippe bei Lünen. Dass die Lippe ein Quappengewässer war, ist schon lange bekannt. „Einige ältere Angler erinnern sich noch gut daran, dass sie in Kindertagen zahlreiche Quappen in der Lippe geangelt haben". 

Doch seit den 1970er Jahren galt dieser Fisch in der Lippe als nahezu ausgestorben. Die Ursachen für den drastischen Bestandsrückgang sind vor allem wasserbauliche Maßnahmen an der Lippe und ihren Nebengewässern. Die Begradigung des Flusslaufes, Uferbefestigungen sowie Querbauwerke und Eindeichungen führten dazu, dass die ehemals zahlreich in der Lippe vorkommenden Quappen keinen geeigneten Lebensraum mehr vorfinden.

Mit der Renaturierung von Teilbereichen der Lippe und der Neuanbindung von Nebengewässern und Auen an den Hauptstrom entwickeln sich heutzutage wieder abwechslungsreiche Gewässerbereiche, die für Quappen einen geeigneten Lebensraum darstellen.  

Doch wo sollten die Quappen für die Wiederansiedlung herkommen? Zusammen mit den örtlichen Fischereivereinen und den zuständigen Fischereibehörden sowie der AG Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest  machten sich Experten mittels Elektrobefischung auf die Suche nach einer Restpopulation in der Lippe.  Vereinzelt gelang es, Quappen in der Lippe zu fangen. Diese sollten als Elterntiere dienen und für Nachkommen in einer Zuchtanlage sorgen. „Wir standen vor einer gewaltigen Herausforderung“, beschreibt Markus Kühlmann vom Ruhrverband die Idee mit der Quappenzucht. Den Fischwirtschaftsmeister hat der LFV mit ins Boot geholt, um sein Fachwissen über Fischzucht zu nutzen. Doch ein schneller Erfolg schien alles andere als realistisch. „Es gibt kaum Informationen über erfolgreiche Quappenzucht,“ erläutert Markus Kühlmann. In zahlreichen Versuchen wurden in der Fischzucht an der Möhnetalsperre die Bedingungen untersucht und optimiert. „Viel schneller als erwartet sind wir heute durch neue Verfahren in der Lage, zahlreiche Quappen zu produzieren“, so Kühlmann weiter.  

Jetzt bleibt die spannende Frage, ob sich die Besatzfische auch eigenständig in der Lippe vermehren. Erst wenn die Quappen in den Wintermonaten wieder in die Lippeauen ziehen, um dort zu laichen, steht fest. ob das Projekt Erfolg hatte und ob sich die Anstrengungen gelohnt haben.

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