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Schloss Cappenberg: Kulturjuwel auf der Kippe?

Kreis will Klarheit

Wie lange kann und will sich der finanziell klamme Kreis Unna die Ausstellungsräume auf Schloss Cappenberg noch leisten? Seit Jahren läuft die Diskussion über das kulturelle Aushängeschild, jetzt steht eine Entscheidung kurz bevor.

Cappenberg

, 08.11.2014
Schloss Cappenberg: Kulturjuwel auf der Kippe?

Aus einer Ausstellung auf Schloss Cappenberg ist ein silberner Kelch gestohlen worden.

Bis Ende des Jahres will der Kreis Klarheit haben. „Wir haben Interesse an der Fortführung“, sagt Kreisdirektor Dr. Thomas Wilk, der auch für die Finanzen verantwortlich ist. Allerdings würden die finanziellen Vorstellungen des Eigentümers Graf Kanitz und die des Kreises und Landschaftsverbandes (LWL) noch auseinanderklaffen.

Der LWL, der dritte Beteiligte in dieser Sache, macht im Gespräch mit der Redaktion deutlich, dass „das Schloss Cappenberg seit langer Zeit auf der Haushalts-Konsolidierungsliste des Kreises steht.“ Derzeit würden intensive Verhandlungen laufen. Kommen sie nicht zu einem positiven Abschluss, ist das weitere Verfahren vorgezeichnet. Der 1985 geschlossene Mietvertrag des LWL mit Graf Kanitz würde zum 31. Dezember 2015 auslaufen – ohne dass es einer Kündigung bedarf.

Genau diesen Weg hatte der LWL bereits im Jahr 2010 vorgeschlagen. Wörtlich heißt es in der Vorlage: „Die Verwaltung schlägt vor, den Vertrag wie vereinbart zum 31. Dezember 2015 enden zu lassen.“ Begründet wird dieser Schritt damit, dass der ursprüngliche Nutzungszweck – etwa für Archivräume – weggefallen sei. Weitere Argumente waren die „kleinteiligen, verschachtelten Raumzuschnitte“ sowie „problematischen Klimaverhältnisse“. Abschließend verweist der LWL darauf, dass er mit der Aufgabe der Präsens auf dem Schloss jährlich rund 350 000 Euro sparen würde. Welch außergewöhnliches Juwel er verlieren würde, ist hingegen dem Kreis Unna bewusst.

Wörtlich heißt es auf der eigenen Internetseite: „Auf Schloss Cappenberg in Selm wird vor historischer Kulisse Kunst und Kultur auf hohem Niveau gepflegt. Facettenreiche Ausstellungen zu wechselnden Themen sowie Vesperkonzerte in der Stiftskirche mit Musik aus der Zeit von Barock und Renaissance verbinden sich mit ungetrübtem Naturerleben.“ Auch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Mit 60.000 bis 80.000 Besuchern pro Jahr ist allein der Ausstellungsbereich einer der am stärksten frequentierten Kulturorte in der gesamten Region. Vor diesem Hintergrund und einer Forderung aller Fraktionen hat sich auch die Position des LWL geändert. Es geht ihm nun vornehmlich darum, die Mietkonditionen zu verändern. So will er künftig nicht mehr an Investitionen auf Schloss Cappenberg finanziell beteiligt sein. Der Kreis sieht hingegen Einsparpotenzial bei der Anzahl der jährlichen Ausstellungen. Wenn die Politik zustimmt, wird sie reduziert.

Das Schloss zählt zu den bedeutendsten Beispielen barocker Klosterbaukunst in Westfalen. Im Mittelflügel des Schlosses zeigt der Kreis Unna seit Beginn der 80er-Jahre wechselnde Ausstellungen zu Kunst und Kultur, die auf große Resonanz stoßen. Museumspädagogische Begleitprogramme ergänzen das Ausstellungsprogramm und führen auch junge Besucher in die spannende Welt der Kunst.

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