Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Schweineställe wurden zu Badezimmern umgebaut

Erinnerungen von Lena Koch

Lena Koch lebt nun schon viele Jahrzehnte in Kanada. Doch ihre Kindheit verbrachte sie in den 50er und 60er Jahren in Selm. In unserer Serie über ihre Kindheitserinnerungen erzählt sie diesmal vom großen Wandel in den 60er Jahren.

SELM

19.08.2010

Damals fing Selm an zu rasen. Die Bewohner der Zechenhäuser fingen an, Wasserleitungen ins Haus zulegen. Die Schweine wurden abgeschafft, die Ställe zu Bädern mit Spülklosett ausgebaut.

Die Küche wurde größer, weil die Stallungen weg kamen. Der Güllebehälter wurde zuerst vergrößert, musste aber doch immer noch regelmäßig ausgepumpt werden. Aber auf einmal war auch die Kanalisation da und die Aalgruben waren weg und der schreckliche Gestank der jedes Jahr einige Male über den Ort hing, wenn die Gruben entleert wurden.   Dann wurden die Häuser verkauft und jeder Käufer machte ein Schmuckkästchen aus den ehemaligen grauen Häusern. Was verbindet mich mit meiner Geburtsheimat? Alles, was ich geschrieben habe, sind gute Erinnerungen. Die Schlechten sind nicht mehr wichtig, wenn man ein gewisses Alter erreicht. Ich habe die Verbindung mit einigen Freunden nie abreißen lassen. Nun, durch das Internet ist die Verbindung wieder enger geworden. Ich bin stark in der Ahnenforschung verwickelt und habe rege Briefwechsel nach Deutschland. Dadurch ist auch der Schriftverkehr wieder besser geworden. Mein Mann und ich haben noch alle Verwandte in Deutschland und in Selm und das hält die Verbindung aufrecht. Wir haben Deutschland hin und wieder besucht als die Eltern noch lebten.

Unsere beiden Töchter sprechen Deutsch und wir haben sie in ihrer Kindheit und Jugend regelmäßig nach Selm geschickt, damit sie die Sprache beibehalten. Mit unseren Enkelkindern sprechen wir nur Deutsch und es ist recht drollig wenn sie bei Oma Haferflocken bekommen und bei Mama Oatmeal. Selm ist der Ort wo ich geboren wurde, meine Kindheit verbrachte, meine Ehe anfing und meine Kinder auf die Welt brachte. Eigentlich bin ich nicht lange in Selm gewesen. Ich habe ein Jahr auf Schloss Sandfort verbracht und zwei Jahre in Lüdinghausen. In Selm lebte ich 17 Jahre. 

Lesen Sie jetzt