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Selmer spendete Stammzellen und will ein Leben retten

Stefan-Morsch-Stiftung

"Nur noch kurz die Welt retten" von Tim Bendzko könnte Thomas Adlers Lied sein. Der Selmer hat bei der Stefan-Morsch-Stiftung Stammzellen für einen Leukämiekranken gespendet - und rettet vermutlich ein Leben. Das können auch andere Selmer tun.

SELM

von Von Anna Altfelix

, 14.07.2012
Selmer spendete Stammzellen und will ein Leben retten

Der Selmer Thomas Adler hat Stammzellen für einen an Leukämie erkrankten Patienten gespendet.

„Das war die letzte Chance des Erkrankten, deshalb ist es schön, ihm das geben zu dürfen.“  Der 31-jährige Thomas Adler sagt das, als ob es selbstverständlich wäre. Für ihn ist es das. Er hilft, wenn er kann, ist seit vielen Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. „Ich gehe in brennende Häuser, um Menschen zu helfen“, sagt er. „Bei einer Stammzellspende muss ich mich nur ein paar Stunden hinlegen.“ Bei einer Blutspendenaktion mit seinen Feuerwehrkameraden ließ er sich vor zehn Jahren typisieren.

Eigentlich ist die Typisierung auch keine große Sache: Nur eine fingerhutgroße Menge Blut wird benötigt. Dennoch sind nur etwa 4,6 Millionen Deutsche in der Spenderdatei. Auch in Adlers Bekanntenkreis war kaum jemand registriert. „Das ist erschreckend“, findet er.

 „Da der Patient mein Immunsystem bekommt, wurde ich auf Herz und Nieren geprüft“, sagt Adler, der die Stammzellen im rheinland-pfälzischen Birkenfeld spendete.  Denn nur, wenn die Merkmale von transplantierten Zellen mit denen des Empfängers übereinstimmen, gelingt die Übertragung. Sonst stößt der Körper des Erkrankten das fremde Gewebe ab. „Nach den Untersuchungen stand fest, dass ich als Spender tauge.“  Vier Tage vor der Stammzellentnahme musste er sich zweimal täglich ein Medikament spritzen. Es bewirkt, dass Stammzellen vom Knochenmark ins Blut übergehen. Nebenwirkungen hatte Adler kaum: „Nur Kopfschmerzen, und ich war ein bisschen matt, nichts Wildes. Und nichts im Vergleich zu dem, was der Patient durchmacht.“

Wer der Empfänger ist, weiß Thomas Adler nicht. Das Verfahren ist anonym, nach zwei Monaten kann er sich erkundigen, wie es dem Empfänger geht. Erst nach zwei Jahren gilt die Transplantation als erfolgreich, frühestens dann kann er mit dem Empfänger Kontakt aufnehmen. Das will er auch tun: „Ich möchte wissen, ob meine Spende geholfen hat und würde es auf ein Treffen ankommen lassen.“  

Die Stefan-Morsch-Stiftung ist die älteste Stammzell-Spenderdatei Deutschlands. Sie bietet seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Menschen können sich hier als Spender typisieren lassen, ihre Daten werden anonymisiert in das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) eingetragen und stehen weltweit Patienten zur Verfügung.
In Lüdinghausen ist am 4. August eine Typisierung von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS)  für die neun Monate alte Mathilda. Jede Auswertung einer Probe kostet rund 50 Euro. Wer helfen möchte, kann für Mathilda spenden: Sparkasse Westmünsterland, BLZ 401 545 30, Konto 36 04 88 74. 

 

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