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Selmerin half beim Alkoholklau - Gericht verurteilt sie zu Bewährungsstrafe

Trickdiebstahl

Zu fünf Monaten Haft auf Bewährung wurde eine Selmerin wegen mindestens zwei Trickdiebstählen verurteilt. Mit einem einfachen Trick machten sie und ihr Bekannter an einer Tankstelle Beute.

Selm

, 12.09.2018

Nach mindestens zwei dreisten Trickdiebstählen in einer Tankstelle in Waltrop ist eine Verkäuferin (42) aus Selm am Mittwoch zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Amtsrichter zählte die vorbestrafte Angeklagte im Prozess an wie eine taumelnde Boxerin.

Erst Auto betankt, dann Alkohol eingesteckt

Einfacher Trick, hochprozentige Beute: Die Mutter aus Selm war im August 2017 binnen weniger Tage mehrfach mit einem Bekannten an der Tankstelle an der Borker Straße in Waltrop aufgetaucht. Danach hatte sie erst ihren Pkw betankt, dann war sie zur Kasse gegangen. Das Bezahlen des Kraftstoffs war allerdings nicht ausschließlich anständig. Denn als die Angeklagte an der Kasse ihr Portemonnaie zückte, „tankte“ ihr Begleiter in ihrem Rücken und unbemerkt von der Kassiererin gleich noch einmal voll: Einmal ließ er eine Flasche Whiskey und einmal eine Flasche Wodka verschwinden.

Was das Selmer Diebespärchen nicht ahnte: Die Überwachungskamera der Tankstelle hatte die Flaschen-Coups aufgezeichnet. Über das Autokennzeichen kamen die Ermittler der Mutter schnell auf die Spur. Im Prozess am Amtsgericht Recklinghausen nickte die Selmerin die Vorwürfe ab. „Geh‘ Du vorne bezahlen, ich stecke hinten was ein.“ So oder so ähnlich soll ihr Begleiter die Diebestouren eingeleitet haben. Weil er angeblich krank ist, war er nicht vor Gericht erschienen.

Knallharte Ansage des Richters

„Ganz egal ob es nur ein einziger Keks ist oder eine Flasche Wodka. Wer mit einer offenen Bewährung neue Straftaten begeht, der bekommt von mir in aller Regel das Ticket zurück“, lautete anfangs die knallharte Ansage von Richter Mike Wagner. Hintergrund dafür war, dass die 42-Jährige nur kurz vor den Diebstählen bereits verurteilt worden war und 17 Monate Haft auf Bewährung mitbrachte.

Letzten Endes verpasste Richter Wagner der weinenden Selmerin dann aber doch nicht den Knockout – sondern gewährte ihr „mit großen Bedenken“ doch noch eine „letzte Chance“. Ob die erste Bewährungsstrafe widerrufen wird und womöglich verbüßt werden muss, hängt nun am zuständigen Amtsgericht in Lünen.

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