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Unter dem Motto „Schule ist bunt“ hat die Ludgerischule am Samstag ihr 125-jähriges Bestehen gefeiert. Und dabei zeigte sich, warum die Schule wie eine große, wachsende Familie ist.

von Nele Katinka Falke

Selm

, 07.10.2018 / Lesedauer: 4 min

Ganz besonders wichtig ist an der Ludgerischule das Gemeinschaftsgefühl: „Hier wird nicht nur Klassengemeinschaft, sondern auch Schulgemeinschaft gelebt“, erzählt Konrektorin Andrea Dabrowski. So war es auch in der vergangenen Projektwoche. Während die Erstklässler noch in ihren Klassen blieben, arbeiteten Zweit-, Dritt- und Viertklässler gemeinsam – klassenübergreifend – an verschiedensten künstlerischen oder kreativen Projekten.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen – im wahrsten Sinne des Wortes: Auf dem Schulfest präsentierten die Schüler, was sie mit nur einer Woche Vorbereitungszeit schaffen konnten.

So feierten Schüler, Eltern und Lehrer das 125-jährige Bestehen der Ludgerischule

Mia Bauer (l.) und Emilija Freitag: Die Freundinnen kommen gerade vom Sackhüpfen.

Nachdem das Fest mit einem gemeinsamen Tanz aller Schüler eröffnet wurde, folgte Programm; Schulführungen für Neulinge, das Hip-Hop-Projekt auf der Bühne, die Theatervorführung in der Aula und viele Spiele auf dem Schulhof. Um Essen und Getränke kümmerte sich hauptsächlich der Förderverein. An den Ständen, die sich auf dem Schulhof verteilten, konnten die Schüler ihre Laufkarten abarbeiten: Wer Stempel für sechs Spiele sammeln konnte, bekam am Ausgang eine Kugel Eis geschenkt. Das ließen die Kinder sich kein zweites Mal sagen: Sie hüpften, warfen, schossen und bastelten sich ihren Weg zur wohlverdienten Erfrischung.

Das Wetter spielte auch mit

Und die war auch wirklich nötig, denn das Wetter spielte perfekt mit: Wolkenloser Himmel und strahlender Sonnenschein – es wurde noch einmal richtig warm. „Mit dem Wetter hatten wir bisher immer Glück“, erzählt Konrektorin Andrea Dabrowski. Zwar hätte es für den Notfall einen Regenplan gegeben, umgesetzt werden musste dieser allerdings noch nie. Unter der prallen Sonne wimmelte es auf dem Schulhof von Lehrern und Schülern – Ehemaligen, Aktuellen und Zukünftigen. „Viele Eltern unserer Schüler waren früher selbst schon hier auf der Schule“, erzählt Andrea Dabrowski.

So ist es auch bei Nadine Czakay: Mit ihrem Sohn Elias geht nun bereits die vierte Generation der Familie zur Ludgerischule. „Der Charme der Schule ist derselbe wie früher. Es ist ein bisschen wie in Hogwarts. Kaum kommt man rein, wird man wieder zum Kind“, sagt die Selmerin und lacht dabei. „Natürlich hat sich viel verändert. Aber der allgemeine Eindruck der Schule oder der Schulhof – so viel ist immer noch wie früher“, erinnert sich auch Margot Berten. Sie kam vor 25 Jahren als Konrektorin zur Schule, das 100-jährige Jubiläum war damals ihre erste Amtshandlung. Ein Jahr später war sie bereits Rektorin der Grundschule.

So feierten Schüler, Eltern und Lehrer das 125-jährige Bestehen der Ludgerischule

Konrektorin Andrea Dabrowski (l.) und eine ehemalige Schulleiterin der Ludgerischule, Margot Berten.

„Meine Zeit hier werde ich immer als sehr schön in Erinnerung bewahren“, erzählt die Selmerin. Ihre vorherige Arbeit an der Selmer Hauptschule weckte Neugier auf andere Schulformen: „Ich finde es schön, dass die Kinder noch so unbedarft zur Schule kommen und dann so viel lernen. Das macht natürlich auch stolz; zu sehen, dass ich es war, die diesen jungen Menschen das Rechnen, Schreiben und Lesen beigebracht hat.“ Auch sie war in ihrer Kindheit Schülerin der Ludgerischule. Als sie schließlich als Teil der Schulleitung zurückkehrte, hat sie zunächst nicht viel wiedererkannt. Beim Betreten des alten Rektorenzimmers erinnerte sie sich an ihre eigene Schulzeit zurück. „Hier saß ich vor Jahren auf dem Schoß des damaligen Rektors und habe seine Fragen zur Einschulung beantwortet“, erzählt die Selmerin. Seither habe sich die Schule immer weiterentwickelt. Während die bauliche Situation sie zu Beginn ihrer Zeit in der Schulleitung noch vor einige Herausforderungen stellte, schloss das Dach den Umbau einige Jahre später ab und Margot Berten konnte die Schule mit einem guten Gefühl verlassen.

So feierten Schüler, Eltern und Lehrer das 125-jährige Bestehen der Ludgerischule

Sandra und Stefan Weber mit ihrer Tochter Pia. Die Familie fühlt sich an der Schule sehr gut aufgehoben.

„Was uns hier besonders macht, ist vor allem das Mitwirken der Eltern. Ich denke, das prägt auch den ländlichen Raum. Schule ist im Wandel, die Schülerzahlen wachsen und die offene Ganztagsschule, die am Anfang noch belächelt wurde, gewinnt immer mehr Zuspruch“, sagt Bürgermeister Mario Löhr. Ungefähr 300 Schüler verteilen sich auf die zwölf Klassen der Grundschule – „Viel mehr lassen auch die Räumlichkeiten gar nicht zu“, sagt Andrea Dabrowski. Genauso wichtig wie die Schüler sei aber auch das Team der Schule, betont Schulleiterin Stephanie Brockhaus: „Das Team ist das Fundament, alles andere baut darauf auf.“ Konrektorin Andrea Dabrowski ergänzt: „Und wir haben auch einfach ein ganz tolles Team. Sonst könnte man etwas wie heute auch nicht auf die Beine stellen.“

So feierten Schüler, Eltern und Lehrer das 125-jährige Bestehen der Ludgerischule

Für den Luftballonwettbewerb senden die Grundschüler mit Helium befüllte Ballons in den Himmel.

Auch die Schüler sind begeistert: Mit Zuckerwatte in der Hand und breitem Grinsen im Gesicht arbeiten sie sich von Station zu Station vor. Sie zeigen ihr Können beim Dosenwerfen oder Filzen und schicken mit Luftballons ihre Botschaften in den Himmel. „Ich finde es einfach schön hier“, fasst Erstklässler Kjell Oesmann zusammen.

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