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So läuft der Umbau der Villa Bolte in Cappenberg

Mit Fotostrecke

Seit Jahren liegt die mehr als 100 Jahre alte Villa Bolte in Cappenberg im Dornröschenschlaf. Nun haucht der Cappenberger Wolfhard von Boeselager den Wirtschaftsgebäuden neues Leben ein. Ein echtes Abenteuer. Und das mit 80 Jahren.

SELM

, 28.10.2016
So läuft der Umbau der Villa Bolte in Cappenberg

Dr. Wolfhard von Boeselager lässt die Gebäude sanieren - in enger Absprache mit der Denkmalbehörde.

Auf der Straße Baltimora, einer Sackgasse in den Cappenberger Wald, bleiben seit Wochen immer wieder Passanten stehen. Nur kurz blicken sie über die Mauer auf das große, gelb verputzte Anwesen: das Haupthaus der Villa. Denn dort gibt es seit Ende August nicht mehr viel zu sehen. Das langjährige Caritas-Kurzzeitpflegeheim hatte damals geschlossen – aus wirtschaftlichen Gründen, wie die Caritas sagte. Viel spannender ist es, den Blick nach links wandern zu lassen. Da, wo ordentlich etwas los ist.

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So läuft der Umbau der Villa Bolte

Seit Jahren liegt die mehr als 100 Jahre alte Villa Bolte in Cappenberg im Dornröschenschlaf. Nun haucht Dr. Wolfhard von Boeselager den Wirtschaftsgebäuden neues Leben ein. Dabei versöhnt er die Ansprüche modernen Wohnkomforts mit denen des Denkmalschutzes. Ein echtes Abenteuer. Und das mit 80 Jahren.
28.10.2016
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Diese kunstvoll bearbeiteten Balken zeigen, wie viel Mühe sich der Nagelfabrikant Bolte einst nahm, um selbst die Wikrtschaftsgebäude seiner neuen Villa ansprechend zu gestalten.© Foto: Sylvia vom Hofe
Recycling am Bau: Dieser Eichenbalken, der vor mehr als 100 Jahre im Wirtschaftsgebäude eingebaut wurde, hat vermutlich bereits in einem anderen Gebäude Verwendung gefunden.© Foto: Sylvia vom Hofe
Wo einst die Pferde des Nagelfabrikanten unterstanden, entstehen helle Bürogebäude und zwei Wohnungen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Blick in den Garten.© Foto: Sylvia vom Hofe
Alter Baumbestand bleibt erhalten.© Foto: Sylvia vom Hofe
Handwerker gehen ein und aus.© Foto: Sylvia vom Hofe
Das Dach wird ausgebessert.© Foto: Sylvia vom Hofe
Idyllisch: Das sogenannte Gärtnerhaus der Villa. Es soll nicht verändert werden.© Foto: Sylvia vom Hofe
Dr. Wolfhard von Boeselager im Innenhof der denkmalgeschützten Gebäude.© Foto: Sylva vom Hofe
Dr. Wolfhard von Boeselager lässt die Gebäude sanieren - in enger Absprache mit der Denkmalbehörde.© Foto: Sylvia vom Hofe
Bögen prägen die Optik.© Foto: Sylvia vom Hofe
Die eigentliche Villa - das Hauptgebäude neben dem Wirtschaftsgebäude, das von Boeselager gerade umbauen lässt - gehört dem Caritasverbad.© Foto: Sylvia vom Hofe
Von der Straße Baltimora fällt der Blick auf das Gärtnerhaus mit den geschnitzten Fensterläden.© Foto: Sylvia vom Hofe
Ein Blickfang: das alte Scheunentor.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der einstige Angestellte des Nagel-Fabrikanten hatte an diesem Fensterplatz einen Blick auf die Vorfahrt zur Villa.© Foto: Sylvia vom Hofe
Die sogenannten Fledermausgauben, die typisch sind für das Gebäude. Warum sie so heißen? Vielleicht wegen der Form ener fliegenden Fledermaus, wie von Boeselager meint.© Foto: Sylvia vom Hofe
Ein Blick in das Innere des Gebäudes.© Foto: Sylvia vom Hofe
Ein Blick in die Garten.© Foto: Sylvia vom Hofe
Das alte Fachwerk ist teilweise ergänzt worden mit neuem Holz.© Foto: Sylvia vom Hofe
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Dachpfannen werden gesäubert, die Glasfront entfernt

Dachdecker klettern im Gebälk. Sie sammeln Dachpfannen: flache, rote Ziegel, die an der Unterkante rund Geformt sind. „Biberschwänze“, sagt Wolfhard von Boeselager. Jeder einzelne werde gesäubert, auf Schadstellen untersucht und anschließend wieder eingebaut.

Mehr lässt sich von der Straße aus nicht ausmachen – nicht mehr. „Wir haben die große Scheibe herausgenommen“, sagt von Boeselager. Kirchenmusiker Gottschalk, der vor Jahrzehnten den Gebäudeteil bewohnte, habe es vielleicht gemocht, beobachtet zu werden bei seinem Orgelspiel hinter der Scheibe. So haben es dem gebürtigen Sauerländer von Boeselager, der vor zehn Jahren nach Cappenberg gezogen ist, viele Bekannte erzählt.

Wohnungen, ein Büro und ein Atelier

„Ich selbst bin da anders.“ Die ursprünglichen Scheunentore, hinter denen einst Pferde und Wagen des Industriellen Bolte standen, werden wieder eingebaut. Hinter ihnen schaffen die Handwerker neben dem Büro des Bauherren zwei Wohnungen und ein Atelier für von Boeselagers Ehefrau, die Initiatorin und Leiterin der Waldschule, Martina Schmidt von Boeselager.

„Die Fachwerkwände werden noch gedämmt“, sagt von Boeselager beim Rundgang durch das entkernte Gebäude, in dem nur noch die rustikalen Eichenbalken stehen. „Nur an einer Stelle bauen wir ganz neu.“ Er zeigt durch ein Fenster in den verwilderten Garten auf einen kleinen Anbau: eine Art Wintergarten mit Keller – in klarer, schnörkelloser Formsprache. „Das läuft sehr gut“, sagt Denkmalpflegerin Dr. Bettina Heine-Hippler im Telefongespräch. „Ich freue mich immer, wenn ein so schönes Baudenkmal neue Nutzung erhält.“

Wann von Boeselagers Abenteuer abgeschlossen sein wird? Er lacht. „Vorm Berliner Flughafen.“

Die Villa Bolte in Zahlen

  • 13.3.1911: Der Nagelfabrikant Otto Bolte aus Dortmund erhält die Baugenehmigung für eine Villa in Cappenberg.
  • 9.000 Quadratmeter misst das Grundstück, auf dem er seine Villa errichten ließ mitsamt den Wirtschaftsgebäuden.
  • 16 ist die Hausnummer des Haupthauses in der Baltimora. Zu Bauzeiten gab es noch keine Straßennamen. Alle Häuser hießen Übbenhagen.
  • 26 Kurzzeitpflegeplätze hatte die Caritas zwischen 1989 und 2016 in der Villa. Ende August zogen die letzten Senioren aus. Ob die Caritas das Haus verkaufen oder anders nutzen wird, war bis gestern offen.
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