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So positioniert sich Selm in Hundekot-Debatte

200 Euro für Hundehaufen

200 Euro Strafe für einen Hundehaufen, der nicht entsorgt wurde. Das hat die Stadt Werne in einer Ratssitzung entschieden und damit für kontroverse Diskussionen gesorgt. Wie sieht man die Werner Entscheidung in Selm?

Selm

, 15.03.2018
So positioniert sich Selm in Hundekot-Debatte

Solange der Besitzer die Hinterlassenschaften seines Hundes entfernt ist alles gut, ansonsten kann so manche hitzige Debatte entstehen. © Foto: Karim Laouari

Wenn Hunde ihre Hinterlassenschaften hinterlassen und der Besitzer sie nicht wegmacht, dann sorgt das für Unmut – und in Werne auch zu einer drastischen Erhöhung der Strafe für so ein Vergehen. Wir haben Fragen und Antworten zum Thema.

Was hat die Stadt Werne genau entschieden?


Wer die Hinterlassenschaften seines Hundes auf öffentlichen Flächen nicht wegmacht und dabei erwischt wird, soll in Werne künftig kräftig zur Kasse gebeten werden. Der Rat der Stadt hat am vergangenen Mittwoch entschieden, dass das Bußgeld für nicht entfernte Hundehaufen von 35 auf 200 Euro ansteigen soll.

Wie hoch ist die Strafe denn in Selm und gibt es noch andere Städte, die hohe Strafen für „Tretminen“ verlangen?


In Selm ist die gleiche Strafe fällig, die zuvor auch in Werne kassiert wurde: 35 Euro. Besonders teuer wird diese Ordnungswidrigkeit allerdings in Köln, dort werden sogar 500 Euro für nicht entfernte Hundehaufen fällig. Damit ist die Domstadt NRW-weit am teuersten. Generell sind nach den Bestimmungen des Ordnungswidrigkeitsgesetzes aber sogar Strafen von bis zu 1.000 Euro möglich.
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Wie ist denn die Situation in Selm?


2014 gab es schon einmal eine größere Diskussion um Hundekot an öffentlichen Plätzen in Selm. Damals hatte die Stadt zusätzliche Abfallbehälter aufgestellt und drei Dog-Stations, jeweils in Selm, Bork und Cappenberg an denen Hundebeutel kostenlos verteilt werden, eingeführt. Auch im Amtshaus, im Bürgerhaus und bei den Stadtwerken sind solche Beutel erhältlich. Allerdings sei das Ordnungsamt im Jahr 2014 durch das Programm „Stadtservice“ sehr gut mit Personal ausgestattet gewesen, so Woesmann. Das sei nun nicht mehr der Fall. Der Außendienst des Ordnungsamtes kümmere sich aber dennoch um das Thema und gehe Hinweisen von Bürgern nach. Ulrike Offermann von der Kita St. Trinitatis an der Humboldtstraße in Bork hatte sich 2016 darüber geärgert, dass in der Nähe ihrer Kita immer wieder Hundehaufen gelegen hätten. Das habe sich nun geändert. Die Kinder hätten nicht mehr ständig Hundekot unter den Schuhen. „Vielleicht sind die Bürger einsichtiger geworden“, vermutet die Erzieherin.

Wie sind die Reaktionen aus Selm zu dem Vorstoß aus Werne?


Bei der Stadt schaut man gespannt nach Werne. „Mit der Erhöhung des Bußgeldes wäre eine gewisse Lenkungsfunktion vorstellbar“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. „Hierdurch könnten die Hundebesitzer sensibilisiert werden, die Hinterlassenschaften ihres Tieres auch tatsächlich zu beseitigen.“ Nun gelte es abzuwarten, ob Werne mit dieser Maßnahme einen positiven Effekt erzielen kann, so Woesmann.

Ulrike Offermann findet es „schade, dass es so weit kommen musste“, allerdings ärgert sie sich auch über die Reaktion mancher Hundehalter. „Einige sagen, sie zahlen ja auch Hundesteuer“, dieses Argument lässt Offermann jedoch nicht gelten. „Ich zahle ja auch Steuern für‘s Auto und darf deshalb nicht Kamikaze fahren.“ Andreas Witthoff, 1. Vorsitzender des Hegerings in Selm schätzt, dass rund 80 Prozent der Hundebesitzer sich verantwortungsvoll benehmen, die anderen 20 Prozent müssten zurechtgewiesen werden. „Bei uns kommen oft Leute vorbei, die mit ihren Hunden quer über den Acker laufen“, so der Landwirt. Die müssten dann darüber aufgeklärt werden, dass es für die Weidetiere schädlich sein kann, wenn der Kot des Hundes im Essen von Kuh oder Pferd landet. Es gebe genug Möglichkeiten, für den Hund, sich zu erleichtern: „Aber das muss ja nicht unbedingt beim Landwirt im Feld sein“, sagt Witthoff. Ob die Strafe von 200 Euro gerechtfertigt ist, weiß Witthoff nicht, „aber vielleicht stellt man ja irgendwann fest, dass es die beste Idee überhaupt war.“

Wie wird überhaupt sichergestellt, dass jemand bestraft wird, der den Hundekot seines Hundes nicht wegmacht?


Das ist so eine Sache. Es komme nicht häufig vor, dass das Verwarngeld fällig werde, räumt Stadtsprecher Woesmann ein. Das setzte voraus, dass „Hund und Herrchen auf frischer Tat ertappt werden.“ Die Werner FDP hatte aus diesem Grund vorgeschlagen, konzentrierte Kontrollaktionen, ähnlich dem NRW-Blitzmarathon, ins Leben zu rufen. Manche Städte sind sogar noch härter. Das hessische Lohra macht sogar DNA-Tests, um den „Sündenbock“ hinter dem Hundehaufen zu ermitteln.

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