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Warum viele Eschen in Selmer Wäldern absterben

Bäume werden gefällt

In den Wäldern kreischen zurzeit die Motorsägen: Viele Eschen werden gefällt. Die Förster machen das nicht freiwillig. Ein Pilz sorgt derzeit dafür, dass die Esche auch in Selm und Umgebung sehr selten wird. Gerade junge Bäume haben keine Chance. Eine Hoffnung haben die Förster in den Wäldern aber noch.

SELM

, 13.10.2017
Warum viele Eschen in Selmer Wäldern absterben

Ein Pilz bedroht die Eschen im Cappenberger Wald. So wie bei diesem Baum, werden die Kronen kahl und der Baum stirbt ab.

Gerade im Cappenberger Wald werden derzeit Eschen gefällt. Sie sind krank und drohen abzusterben. Der Killer ist das "Falsche Weiße Stengelbecherchen“. Ein Pilz, der sich über das Baltikum nach und nach in ganz Europa ausgebreitet hat.

Dabei gehört die Esche eigentlich zu einem ganz typischen Baum in Selm und Umgebung. Sie mag nährstoffreiche und eher nasse Böden. „Die Esche gehört natürlicherweise in unsere Buchenhaine“, sagt Marco Adamek, als Förster im Landesbetrieb Forst und Wald zuständig unter anderem für Selm, Lünen und Werne.

Doch seit fünf Jahren seien große Schäden an den Eschenvorkommen zu sehen, sagt Adamek. „Man muss wirklich davon ausgehen, dass mit großer Wahrscheinlichkeit große Teile unserer Bestände verschwinden.“

15 Prozent Eschen im Cappenberger Wäldern

Denn der Pilz greift junge wie alte Eschen an. Er lässt ihre Blätter ausfallen, die Kronen werden licht. Schließlich breitet sich das Falsche Weiße Stengelbecherchen über die Versorgungsleitungen in den Bäumen aus. Der Baum stirbt langsam ab. Gerade jünge Bäume hätten keine Chance gegen den Pilz, sagt Adamek.

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Elmar Berks, Leiter des gräflichen Forstbetreibs in Cappenberg, kennt das Problem. „Etwa 15 Prozent des Baumbestandes in den Cappenberger Wäldern sind Eschen“, sagt Berks. Er findet den massiven Verlust traurig, „denn die Esche ist ein Baum, der sehr gut in unsere feuchten Wälder passt“.

„Wir beobachten diese Bäume seit geraumer Zeit und haben zuerst die gefällt, die zu einer Gefahr für den Straßenverkehr werden könnten“. So haben die Arbeiter zum Beispiel die Eschen an der Cappenberger Straße abgeholzt. Jetzt geht es im Kohuesholz und in dem Wald hinter der Hirschwiese weiter.

Hoffnung in resistente Bäume

Für den Einschlag der Bäume müssen immer wieder Spazierwege gesperrt werden, was bei nicht allen Menschen so ankommt, wie es gedacht ist. „Leider werden zu oft Absperrbänder beseitigt und gesperrte Wege benutzt, was zur Gefahr für die Leute wird“, sagt Elmar Berks.

Er hofft, dass nicht alle Eschen der Cappenberger Wälder der Motorsäge zum Opfer fallen müssen. „Ich beobachte alle genau und stelle fest, dass wenige dem Pilz widerstehen und gesunde Kronen zeigen“.

Doch nur ein bis zwei Prozent aller Eschen sollen resistent sein gegen den Angriff des Falschen Weißen Stengelbecherchens, sagt Marco Adamek. Je jünger die Bäume seien, desto schlechter könnten sie sich gegen den Pilz wehren. Die Hoffnung der Forstwirtschaft ist, dass mit Samen resistenter Bäume neue Anpflanzungen aufgezogen werden können.

Förster: "Das Schlimmste, was ich im Wald miterlebt habe"

Doch bis dahin haben die Forstbetriebe Einbußen. Sie müssen vorzeitig Eschen ernten, die eigentlich noch Jahrzehnte hätten weiter wachsen sollen. Doch die befallenen Bäume müssen gefällt werden, damit das Holz noch genutzt werden kann. Gegen die Ausbreitung des Pilzes hilft das allerdings nicht, die Sporen verbreiten sich mit den Blättern.

Eine Tragödie im Wald, die Förster Marco Adamek traurig macht. „Das ist das Schlimmste, was ich im Wald bislang miterlebt habe“, sagt der Förster. Denn die Esche als Spezialist für feuchte, nährstoffreiche Böden sei nicht so leicht zu ersetzen. Dazu kommen weitere Sorgen um das ganze Ökosystem Wald, sagt Adamek.

Zu viele Schädlinge und Pilze seien in den vergangenen Jahren eingeschleppt worden und hätten verschiedene Baumarten befallen. „Wir kriegen noch das ganze Ökosystem kaputt“, warnt der Förster.

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