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Vier Hände und eine Liebe – nicht nur zur Musik

Musikfestival Schloss Cappenberg

Herbert Schuch und Gülru Ensari spielen zu zweit beim Musikfestival Schloss Cappenberg. Auch privat sind die Beiden ein Paar - und zeigen, dass klassische Musik auch ein kultureller Vermittler sein kann.

Vier Hände und eine Liebe – nicht nur zur Musik

Herbert Schuch

Herbert Schuch wird an diesem Samstag nicht alleine nach Cappenberg reisen. 16 andere Musiker treffen nach und nach auf dem Schlossgelände ein – pünktlich zu den ersten Proben für das am Sonntag beginnende, einwöchige Kammermusikfestival. Gülru Ensari gehört auch zu ihnen. Sie ist aber mehr als nur eine Kollegin des international bekannten 37-jährigen Pianisten, dem die Kritik „vollendete Meisterschaft, die sich am musikalischen Inhalt verwirklicht“ (Tagesspiegel) bescheinigt.

Gülru Ensari gehört zu den erfolgreichsten jungen türkischen Pianisten. Seit der Saison 2014/15 spielt sie mit Herbert Schuch im Duo – aber nicht nur am Klavier, sondern auch im Leben. „Wir haben im Sommer 2014 geheiratet“, sagt Schuch am Telefon. „In Istanbul“, ergänzt Ensari. Die RN erreichen die beiden in Köln: ihr Lebensmittelpunkt, wenn sie nicht gerade auf Konzertreise sind.

Vier Hände und eine Liebe – nicht nur zur Musik

Videoeinführungen auf Türkisch

„Go east!“ – das war nicht nur das Motto bei der Hochzeit. So lautet auch der Titel ihrer Anfang 2017 erschienen CD, auf der sie Werke von Hindemith, Brahms, Özkan Manav und Stravinsky vereinen: ein furioser, interkultureller Brückenschlag. Warum das in der Musik leichter ist als in der Politik? „Anders als Sprache besteht Musik aus Codes, die intuitiv erspürbar sind“, sagt Schuch. Sie ließen sich auch ohne Kenntnisse und Vorwissen mit dem Herzen erschließen. „Das macht Vieles einfacher.“ Manchmal helfen aber auch Worte. Gülru Ensari gibt deshalb in diesem Jahr für sechs Konzerte des WDR-Sinfonieorchesters kurze Videoeinführungen auf Türkisch: ein Angebot auf Facebook für die große türkischstämmige Community in NRW.

Zurück nach Cappenberg. Schuch ist langjähriger Wegbegleiter der Festival-Initiatorin Mirijam Contzen. Gehört er zum Inventar des 2005 gegründeten Festivals? Lauter Protest am anderen Ende der Leitung: „Das hört sich ja an, als ob ich ein Möbelstück wäre oder ein ausgestopftes Tier.“ Damit ließe sich aber in keinem Fall diese lebendige und immer neue Musik machen. Zweistimmiges Lachen.

Persönliches Highlight

Vierstimmiges Klavierspiel werden die beiden unter anderem am Pfingstmontag während der „Romantischen Nachtklänge“ ab 19.30 Uhr präsentieren: mit dem Walzer Opus 39 von Johannes Brahms. Ihr ganz privates Programm-Highlight wird aber noch später sein: am Samstag, 26. Mai, ab 22.30 Uhr: „Die Late night sessions“. Wie Jazzer kommen die Kammermusiker dann zusammen und improvisieren. „Ein Riesenspaß“, freut sich Gülru Ensari schon. Ohnehin wisse sie sie bereits jetzt, wie sie sich fühlen werde, wenn sie zusammen mit ihrem Mann am Samstag auf Cappenberg eintrifft: „Das ist so schön dort. Da möchte man gar nicht mehr weg.“