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Stargeiger lässt die Violine antworten

Giovanni Guzzo im Interview

Giovanni Guzzo ist ein weltbekannter Geiger. Er spielt vor der Queen, vor den Repräsentanten des Internationalen Währungsfonds, bis Sonntag noch vor den Besuchern des Cappenberger Musikfestivals und hier exklusiv für die Ruhr Nachrichten: ein musikalisches Interview, das gute Laune macht - garantiert.

Cappenberg

, 25.05.2018
Stargeiger lässt die Violine antworten

Giovanni Guzzo gehört zu den bekanntesten Geigern seiner Generation. Wie spontan und lustig er ist, beweist er im musikalischen Interview. © Magnus Contzen

Giovanni Guzzo (32) spricht viele Sprachen: Spanisch, Italienisch und Englisch fließend, Französisch und Deutsch eigentlich auch ganz gut, aber nicht gut genug für ein Interview, wie er meint. Macht nichts. Wir benutzen die Sprache, die er mit Abstand am allerbesten beherrscht und die jeder versteht: die Sprache der Musik. Nein, so ein Interview habe er noch nie gegeben, sagt Guzzo, als er auf der Bühne im Schlosstheater Cappenberg Platz nimmt, zu seiner Geige greift und antworten lässt.

Giovanni Guzzo ist in der ganzen Welt zuhause. Zwischen seinen Aufenthalten in Genf, Edinburgh, London und Salzburg ist er zurzeit eine Woche auf Schloss Cappenberg auf der Nahtstelle zwischen Münsterland und Cappenberg, die er gut kennt. Münster sei eine wunderschöne Stadt, sagt er. Dortmund, wo er am 28. September im Konzerthaus Dortmund auftreten wird, gefalle ihm aber auch gut. Wo ist der Weltbürger aber eigentlich zuhause?

Die temperamentvolle Musik Venezuelas, seines Heimatlandes, liebt Guzzo. Schräge Dissonanzen würden ertönen, wenn er die Geige über die politische Situation in dem krisengeschüttelten Land sprechen ließe, das die größten Erdölreserven der Welt hat. Darauf verzichten wir lieber und bitten den Musiker, der mit sechs Jahren begann, Geige zu spielen, um eine Selbsteinschätzung. Was für ein Typ ist er? Die Antwort des dunkelhaarigen Temperamentsbolzen auf der Bühne wundert.

Die Musik des langen 19. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt des einwöchigen Cappenberger Musikfestivals, das Mirijam Contzen 2005 gegründet hatte und seitdem leitet. Die Bandbreite ist groß: von Mozart, der 1791 bereits starb, bis Schostakowitsch, der erst 1906 geboren wurde. Die Werke beider Komponisten spielt Guzzo – ganz Profi – mit großer Leidenschaft. Persönliche Vorlieben sind nur im Gespräch zu erfahren, hier.

Wer sieht, wie Guzzo seine Geige anfasst, ahnt es schon: Die Beziehung zwischen Instrument und Künstler ist eine ganz besondere. Nein, einen Namen habe er seiner Geige nicht gegeben, sagt Guzzo und lacht. Wenn von ihr die Rede ist, dann fällt aber schnell der Name: Nicola Gagliano. Er hatte das Instrument im Jahre 1759 gebaut. Ein kostbares Stück, das für Guzzo viel mehr ist als ein Arbeitsutensil, wie er musikalisch verrät. Und wie sein Minenspiel zeigt.

An dem Musikfestival auf Schloss Cappenberg nimmt Guzzo regelmäßig teil - mit wachsender Freude. Er liebt die Atmosphäre auf dem Schlossgelände, die Gastfreundschaft der gräflichen Familie von Kanitz und die Nähe zum Publikum, mit dem er gerne vor und nach den Auftritten plaudert. Am Sonntag, 27. Mai, endet die Festivalwoche schon wieder. Das drückt offenbar auf die Stimmung.

Das Kammermusikfestival auf Cappenberg gehört für Guzzo zu den Höhepunkten des Jahres. Ein weiterer Höhepunkt für ihn beginnt am 14. Juni: die Fußball-WM. Da hat der große Fußballfan auch schon einen klaren Tipp.

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Die nächsten Konzerttermine beim Musikfestival Cappenberg: Freitag, 25. Mai, 19.30 Uhr: „... in die Nacht“: Konzert in der Stiftskirche Cappenberg auf dem Schlossgelände unter anderem mit Brittens Metamorphosen und Vivaldis Die vier Jahreszeiten (komplett). Samstag, 26. Mai, 19.30 Uhr: „Müllerin Art – gehaltvoll“: Konzert im Schlosstheater Cappenberg mit Werken von Mozart, Hummel, Prokofjew und Debussy; um 18.45 gibt es eine Konzerteinführung (Vorecho). Samstag, 26. Mai, 22.30 Uhr: Late night sessions: musikalische Höhepunkte in lockerer Atmosphäre Sonntag, 27. Mai, 11 Uhr: Familien-Potpourri im Schlosstheater Sonntag, 27. Mai, 17 Uhr: Abschlusskonzert mit Werken von Schubert, Bartok und Tschaikowsky; 16.15 Uhr Konzerteinführung (Vorecho).
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