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Selmer erschoss zwei Kaninchen und einen Hund

46-Jähriger wegen Tierquälerei vor Gericht

Der Anlass war banal, trotzdem hat ein 46-jähriger Selmer nach einem Streit zwei Kaninchen und einen Hund erschossen. Die Richter am Amtsgericht Lünen haben ihn jetzt wegen unerlaubten Waffenbesitzes und Tierquälerei verurteilt.

von Heinrich Höckmann

Selm/Lünen

, 29.05.2018
Selmer erschoss zwei Kaninchen und einen Hund

Das Amtsgericht in Lünen. © Foto Goldstein

Mit einem Gewehr hatte ein 46-jähriger Selmer im Februar 2017 zwei Kaninchen und einen Hund erschossen. Wegen des unerlaubten Besitzes der Waffe und Tierquälerei musste sich der Selmer am Dienstag vor dem Amtsgericht in Lünen verantworten.

Mann wollte Schlachtkaninchen

Der Angeklagte zeigte sich reuig und gestand die ihm zur Last gelegten Vorwürfe. Der Anlass war banal. Im Februar vor einem Jahr hatte sich der Mann mit seiner Frau über zwei Zwergkaninchen gestritten. Die hatte sie sich angeschafft, obwohl er lieber Schlachtkaninchen gehabt hätte. In seinem Zorn erschoss der 46-Jährige die Zwergkaninchen und gleich darauf seinen Hund. Gelitten hätten die Tiere nicht, betonte der Mann. Er habe die Schüsse gezielt abgegeben. Die getöteten Tiere verscharrte er im Wald.

Medikamente und Alkohol genommen

Vor Gericht gab der 46-Jährige an, an dem Tag niedergeschlagen gewesen zu sein über eine Erkrankung mit starken Schmerzen, den Jobverlust wegen seiner Krankheit und die daraus resultierende finanzielle Lage. Deshalb hatte er sein Medikament, ein Morphium-Präparat überdosiert und fünf Pinnchen Wodka getrunken.

Das bewog das Gericht am Dienstag, dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit zuzugestehen. Das Urteil: drei Monate Haft ausgesetzt zur Bewährung. Bei dem Selmer waren zwei Langwaffen gefunden worden. Ein Kleinkaliebergewehr, für das er keinen Waffenschein hatte und ein Luftgewehr.