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Senioren als neue Zielgruppe für Kinos

Berlin (dpa) Schon zu den Zeiten von Hans Albers hat der elegante Neonschriftzug in rosa und grünen Lettern «Eva Lichtspiele» auf die Fassade gezeichnet. Im ältesten Kino in Berlin-Wilmersdorf wird jetzt wieder ein Film mit dem Hamburger Volksschauspieler angekündigt.

Senioren als neue Zielgruppe für Kinos

Eine Filmspule liegt im Foyer der «Eva Lichtspiele» im Berliner Stadtteil Wilmersdorf. (Bild: dpa)

«Unter heißem Himmel», ein Abenteuerfilm aus dem Jahr 1936 wird gezeigt. Mit der Reihe «Der alte deutsche Film» spricht das Berliner Kino eine Zielgruppe an, die in der alternden Gesellschaft immer weiter in den Mittelpunkt rückt - die Senioren.

«Allein durch ihre Masse werden ältere Menschen als Konsumenten immer attraktiver», erklärt Peter Zeman vom Deutschen Zentrum für Altersfragen in Berlin. In allen gesellschaftlichen Bereichen beginne man, auf die steigende Zahl alter Menschen zu reagieren. «Da das Bildungsniveau von Senioren gestiegen ist, wird das Interesse gerade an kulturellen Angeboten immer größer», ergänzt der Forscher. Auch Kinos stellen sich mit ihrem Programm auf die Wünsche der älteren Zielgruppe ein.

Bis zu 80 Besucher kommen jeden Mittwochnachmittag ab 15.00 Uhr in die Berliner «Eva Lichtspiele», treffen sich bei Kaffee und Kuchen bevor sie Filmklassiker der 30er und 40er Jahre schauen. Die meisten Besucher sind über 70 Jahre alt. Für Kinobesitzer Karlheinz Opitz sind die alten Filme «finanziell eine feste Größe». Stammgäste kennt er mit Namen, einige Damen bringen ihm Blumen mit.

Dass gerade die alten Filme aus den frühen Tonfilm-Jahren so erfolgreich sind, kann Inge Frohnert, Vorsitzende des Arbeitskreises Berliner Senioren, gut nachvollziehen. «Da kennt man die Schauspieler noch», erklärt sie. Neue Filme seien oft zu kompliziert, hätten keine zusammenhängende Handlung. Die Kinonachmittage sind für die Senioren damit ein Stück Nostalgie. Mit den alten Filmen erleben sie «Gefährten ihrer Kindheit». Oder sie holen nach, was sie damals verpassen mussten: «Früher durfte ich nur in die Kindervorstellung, für Hans Albers war ich zu jung», erinnert sich der 79-Jährige Wolf-Dieter Köpp.

Eine andere Strategie verfolgt das Cinestar in Frankfurt (Oder). Das Haus sei deutschlandweit das einzige Kino der großen Multiplex-Gruppe, das gezielt Filme für die älteren Besucher zeige, sagt Marketingleiter Stephan Lehmann. Beim «Wohlfühlkino für die Generation 50plus» laufen zeitgenössische Filme für die älteren Zuschauer, vor jeder «50plus Vorstellung» gibt es einen Sektempfang. «Die Senioren wollen Filme mit schönen Geschichten oder Dokumentationen», erklärt Kinoleiterin Katrin Weiß und nennt die Musical-Verfilmung «Mamma Mia» als aktuelles Beispiel. Alte Filme würden bei ihr eher selten nachgefragt.

Senioren könne man mit kulturellen Angeboten «nicht als Masse ansprechen», erklärt Altersforscher Zeman. Jede Generationen habe individuelle Interessen. «Ein 60-Jähriger schaut andere Filme als ein 80-Jähriger», sagt er. Doch egal ob moderne Filme oder die Klassiker der 30er Jahre, ein Kinoangebot für ältere Zuschauer habe in jedem Fall Zukunft, meint Zeman. «Die Alten haben Potenzial für die Gesellschaft.»

Kinoprogramm der Berliner «Eva Lichtspiele»: www.eva-lichtspiele.de

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