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Serie "Mein erstes Auto": Der singende Lloyd

WAMBEL Gern erinnert sich Wolfgang Svensson (70) an seinen ersten Wagen, einen Lloyd 600. "Papa kommt, Auto singt", rief seine kleine Tochter Astrid immer, wenn er mit dem Wagen kurz vor Zuhause war und sie die Limousine schon von weitem an ihrem typischen Geräusch erkannte.

von Von Uwe Brodersen

, 01.08.2008

Zwar hatte der von Borgward gebaute Wagen, den Wolfgang Svensson 1960 gebraucht für 700 Mark kaufte, noch kein synchronisiertes Getriebe, so dass er beim Schalten Zwischengas geben musste, doch war der Lloyd "ein schönes Auto" mit seiner Drei-Gang-Lenkradschaltung, findet der Wambeler. Auch steuerte man damals lieber als heute die Tankstelle an, bei einem Literpreis von 37 Pfennig für das Benzin. 20 PS hatte das Gefährt aus der Bremer Automobilschmiede unter der Motorhaube, damit erreichte es 110 Kilometer in der Spitze, am Berg schaffte der Lloyd immerhin 60 bis 70 km/h. Von Vier- und Zweirädern Der Lloyd bedeutete für Wolfgang Svensson auch ungewohnten Komfort, war er doch seit 1954 nur Moped gefahren. "Etwa 400 Mark kostete die NSU Quickly, die ich damalis in fünf Monatsraten abstotterte." Die Maschine besaß einen Hubraum von 49 Kubikzentimeter und verfügte über 1,2 PS. Diese Pferdestärke sorgte für eine Höchstgeschwindigkeit von gerade einmal 45 Kilometer, bergab mehr. Die NSU brauchte ein Benzin-Öl-Gemisch. Wolfgang Svensson musste in der Anfangszeit beide Kraftstoffe selbst einfüllen.

Fünf Plattfüße

Mit diesem Zweirad fuhr er auch zur Verlobung seines Bruders in Süddeutschland. Zwei Tage brauchte er für die 600 Kilometer von Dortmund zur Schwäbischen Alb. Er übernachtete bei Bekannten im Raum Mannheim. Die Strecke war landschaftlich sehr schön, sie ging an Heidelberg vorbei und längs des Neckars. Doch erwies sich die Tour nach Baden-Württemberg als relativ beschwerlich: "Auf der Hinfahrt hatte ich viermal einen Plattfuß, auf der Rückfahrt wenigstens nur einmal", erzählt der Wambeler schmunzelnd.

 

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