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„Sieht gut aus“: Neuer hechtet Richtung WM

Eppan. Rund 150 Medienvertreter schauen auf Manuel Neuer, als der in Südtirol das komplette Torwarttraining bestreitet. Stand jetzt gebe es keine Probleme, informiert der Bundestrainer. Doch ein Restrisiko bleibt nach der langen Verletzungspause. Neuer braucht 100 Prozent.

„Sieht gut aus“: Neuer hechtet Richtung WM

DFB-Torwart Manuel Neuer machte das volle Training des DFB-Teams mit. Foto: Guillaume Horcajuelo/EPA

Auf dem frisch gemähten Rasen in der Sportzone Rungg sprang und hechtete Manuel Neuer, als sei er nie weggewesen. Wie selbstverständlich absolvierte der Kapitän alle Torwartübungen als Erster vor Kevin Trapp und Bernd Leno.

Der 32-Jährige schmiss sich in die Scharfschüsse von Andreas Köpke, die der Torwartcoach aus zehn Metern abfeuerte. Sein klares Signal: Er ist nach langer Leidenszeit auf gutem Weg, in letzter Sekunde fit zu werden für die WM-Mission in dreieinhalb Wochen in Russland.

„Stand heute hat er keinerlei Probleme auch bei allerhöchster Belastung. Daher sieht es gut aus“, verkündete kurz danach Bundestrainer Joachim Löw in Eppan. Mit seiner Ausstrahlung schon auf dem Trainingsplatz vor Dutzenden Kameras zeigte Neuer acht Monate nach seinem letzten Mittelfußbruch gleich wieder deutlich, was den Weltmeister-Torwart von den Auswahl-Ersatzmännern Trapp (Paris Saint-Germain) und Leno (Bayer Leverkusen) unterscheidet.

Nur einmal stutzte Neuer vor der imposanten Bergkulisse in Südtirol, als Köpke den Ball nicht wie gefordert scharf auf das Tor donnerte, sondern den Münchner überlupfte. „Er muss das Training einfach so absolvieren, dass er überhaupt keine Probleme hat“, sagte Löw zur zentralen Forderung, die Neuer in den nächsten Tagen im Trainingscamp der deutschen Nationalmannschaft immer begleiten wird.

Bis zum 2. Juni, wenn das Testländerspiel gegen Österreich ansteht, muss der mehrmalige Welttorhüter die Restzweifel ausräumen. Zuvor kann er sich am Montag und Mittwoch in wettkampfähnlichen Spielen gegen die deutsche U20-Auswahl schon mal Spielpraxis erarbeiten, die Löw bei der Nominierung seines vorläufigen WM-Kaders eingefordert hatte. Jede Aktion von ihm nimmt der DFB per Video auf. Sein letztes von 74 Länderspielen hat Neuer 2016 gegen Nordirland bestritten.

Es bleiben aber noch Unwägbarkeiten. Die Tage in Eppan müssen zeigen, ob sein linker Fuß auch bei Dauerbelastung stabil bleibt, ob er die Routine und Sicherheit komplett zurückbekommt. „Wir wissen alle - er wie wir auch - um die Verantwortung gegenüber der Mannschaft, dem Fußball und der Gesundheit“, sagte Löw und ergänzte: „Wenn er das Gefühl hat, er kann 100 Prozent Leistung bringen, kann er bei der WM dabei sein. Wenn es Probleme geben sollte, müssen wir von einer anderen Richtung sprechen.“

Am Freitag kommt Marc-André ter Stegen ins DFB-Trainingscamp. Der Profi vom FC Barcelona wäre Deutschlands WM-Torwart, falls es bei Neuer doch nicht klappt. Erst einmal aber waren alle zufrieden. Neuer schlenderte mit einem kleinen Rucksack und sichtbaren Arbeitsspuren auf seinem Trikot entspannt vom Trainingsplatz. „Ich bin optimistisch und gehe davon aus, dass Manuel Neuer es schaffen kann“, bemerkte der Bundestrainer.

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