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Simple Minds ganz routiniert

Zeltfestival Ruhr

Beim Zeltfestival geben sich die großen der Musikbranche weiter die Klinke in die Hand. Nachdem Jan Delay, Jamie Cullum und Co. Die Bühne bereits vorgewärmt hatten, füllten am Freitag die Simple Minds das große Zelt.

Bochum/Witten

von Karim Laouari

, 28.08.2010

Zugegeben: Opulent war der Auftritt der New Wave/Rockband aus Schottland. Da gab es eine eindrucksvolle Lichtshow, eine fantastische Background-Sängerin und es war vor allem eins: Laut. Doch so richtig wollte der Funke von der Bühne einfach nicht auf das Publikum jenseits der fünften Reihe überspringen. Jedenfalls nicht, bis die Band dann endlich der einen Song anstimmte, an dem man bis heute nicht vorbei kommt, ohne zumindest leise mitzusummen, sobald er im Radio läuft. Die Rede ist natürlich von „Don’t you forget about me“ von 1985, der den Simple Minds einst zum Durchbruch verhalf und durch den Film „The Breakfast Club“ weltbekannt wurde.Lange musste sich das Publikum in Geduld üben, doch dann endlich sangen alle inbrünstig mit und schwenkten die Arme vor Euphorie. Die restliche Zeit kann man getrost als nüchtern beschreiben. Das mag natürlich auch daran liegen, dass Fans und Band gleichermaßen keine 18 mehr sind. Auch wenn sich hier und da einige Mitzwanziger  unter das Publikum gemischt hatten, war doch der Großteil ein gutes Stück älter. Und auch Frontmann Jim Kerr lief zwar unermüdlich die Bühne auf und ab, klatschte in die Hände, ließ sich gar auf die Knie fallen, doch das alles wirkte einfach zu sehr nach Routine und weniger nach echter Euphorie. Doch nach 30 Jahren Bandgeschichte kann man es den Simple Minds vergeben, die mit Songs aus ihrem neuen Album „Graffiti Soul“ im Gepäck angereist waren. Die neuen Lieder waren solide, richtiges Rockkonzert-Feeling kam aber erst bei den Klassikern auf.