Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

SinnLeffers: Mieten müssen sinken

Dortmund/Münster Die Mieten sind es, die SinnLeffers an den Rand des Abgrunds gebracht haben. Und natürlich die Kunden. Obwohl die wieder häufiger kommen als in den Jahren zuvor.

SinnLeffers: Mieten müssen sinken

SinnLeffers-Geschäftsführer Patrick Feller.

Es ist schon ein wenig paradox, was Geschäftsführer Patrick Feller am Mittwoch zu verkünden hatte. Seit Juli 2007, so der Mann mit dem Schweizer Dialekt, liege SinnLeffers bei Umsatz und Gewinn über der Marktentwicklung. Trotz eines Rückganges von 2,4 Prozent: „Andere haben deutlich mehr eingebüßt“, so Feller. Sein Unternehmen habe bis Mitte letzten Jahres immer fünf Prozent mehr verloren als der Gesamtmarkt. „Das haben wir gedreht“. Trotzdem: Am Donnerstag müssen Feller und seine Kollegen den Gang zum Amtsgericht antreten, um das Insolvenzplanverfahren zu beantragen. Es ähnelt dem amerikanischen „Chapter 11“ und soll vor allem dazu dienen, Gläubigern den Zugriff auf Unternehmenswerte zu erschweren.

Das Verfahren aber hat, so Aufsichtsratschef Peter Zühlsdorff, Chef der Deutschen Industrie Holding (DIH), die SinnLeffers 2005 vom Karstadt-Konzern übernommen hatte, auch einen anderen Zweck: „Wir können jetzt Mietverträge für einige unserer 47 Filialen kündigen.“ Die hohen Mieten an einigen Standorten – weniger als zehn, mehr war Zühlsdorff nicht zu entlocken – seien es, die man nun angehen müsse: „Es gibt Lagen, da beträgt die Miete 14,5 Prozent des Umsatzes. Das ist auf Dauer untragbar.“ Verhandlungen mit den Vermietern seien in letzter Zeit immer wieder gescheitert: „Das ging nach dem Motto: Keiner bewegt sich, bis irgendwas Gravierendes geschieht.“ Dies sei mit der jetzigen Maßnahme der Fall: „Wir müssen uns nun alle etwas bewegen, um die Rettung zu schaffen“, sagte der Aufsichtsratschef. Einer der durch hohe Mieten besonders gefährdeten Standorte ist offenbar Münster, wie es aus Unternehmenskreisen hieß.

Der Verkauf bei SinnLeffers soll zunächst ganz normal weitergehen. Im November werde dann, so die Geschäftsführung, darüber entschieden, ob das Unternehmen saniert werden kann. Die Mitarbeiter müssen sich auf weitere Lohnkürzungen und Entlassungen gefasst machen. Von rund 1200 gefährdeten Jobs ist die Rede. Dennoch ist das SinnLeffers-Management optimistisch: „Die Kunden belohnen unsere Qualitätsoffensive. Es wird weitergehen“, glaubt Patrick Feller.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

DAX: Schlusskurse im Späthandel am 18.10.2017 um 20:31 Uhr

Frankfurt/Main (dpa) An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im Späthandel am 18.10.2017 um 20:31 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.mehr...

Wirtschaft

Hochtief im Rennen um Mautstraßen-Betreiber Abertis

Essen (dpa) Finanzieller Kraftakt für Hochtief: Mit einer 17-Milliarden-Offerte geht das Essener Unternehmen ins Rennen um den spanischen Mautstraßenbetreiber Abertis. Konzernchef Fernandez Verdes sieht bei einem Zusammenschluss nur Vorteile für beide Unternehmen.mehr...

Wirtschaft

Aufbau von Air-Berlin-Transfergesellschaft zieht sich hin

Berlin (dpa) Noch sind die Millionen nicht zusammen, die Tausenden Air-Berlin-Mitarbeitern etwas Luft verschaffen könnten bei der Jobsuche. Die Sorge hat der Vorstandschef persönlich nicht - das bringt ihm Kritik ein.mehr...

Wirtschaft

Neue Fristen für rückwirkende Kindergeldanträge ab 2018

Berlin (dpa/tmn) Kindergeld kann bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt werden. Doch nicht immer wissen Eltern das. Ab dem kommenden Jahr sollten sie sich über die Voraussetzungen schnell informieren. Denn für rückwirkende Anträge bleibt dann weniger Zeit.mehr...

Wirtschaft

Soros überträgt 18 Milliarden Dollar an seine Stiftung

New York (dpa) Der US-Milliardär George Soros spendet regelmäßig immense Summen für wohltätige Zwecke. Nun soll der Hedgefonds-Guru den Riesenbetrag von 18 Milliarden Dollar gestiftet haben. Was verbirgt sich dahinter?mehr...

Wirtschaft

GfK: Franzosen und Briten mit mieser Konsumlaune

Nürnberg (dpa) Der "Macron-Effekt" in Frankreich scheint verpufft, die Konsumlaune ist nach einem kurzen Hoch stark rückläufig. In Großbritannien drückt der ungewisse Ausgang der Brexit-Verhandlungen auf die Stimmung. Und in Deutschland zeigt das Konsumbarometer unerwartete Ausschläge an.mehr...