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Skandal um Bankdaten - Call-Center in Lübeck durchsucht

LÜBECK/MÖNCHENGLADBACH Im Skandal um die Weitergabe von Bankdaten tausender Bundesbürger haben Ermittler ein Call-Center in Lübeck durchsucht. „Dabei sind gestern Abend Computer mit Daten sichergestellt worden“, sagte der Sprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft.

Der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein war eine CD mit Daten von 17000 Menschen zugespielt worden, die auch deren Kontoverbindungen enthielt. Bei allen soll es sich um Kunden der Süddeutschen Klassenlotterie handeln. In der Call-Center-Branche sollen die Datensätze dazu missbraucht worden sein, um Vertragsabschlüsse vorzutäuschen und den Opfern Geld abzubuchen. Die Durchsuchung in Lübeck geht auf eine Strafanzeige zurück, die der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert erstattet hatte. Zuvor war bereits eine Firma in Viersen durchsucht worden.

Unterdessen erstattete die Süddeutsche Klassenlotterie Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Datenmissbrauchs und Verdachts des Geheimnisverrats. Die SKL räumte ein, den Vertrieb von SKL-Losen über Telefonmarketing betrieben und damit auch externe Call-Center beauftragt zu haben.

Im Zuge des Skandals wird der Ruf nach einem schärferen Vorgehen gegen Datendiebstahl lauter. Die Vorsitzende des Bundestags- Verbraucherausschusses, Ulrike Höfken, forderte ein Handelsverbot für persönliche Daten. „Wir haben eine unsägliche Datensammlungswut“, sagte die Grünen-Politikerin im Deutschlandradio Kultur. Der Bundes-Datenschutzbeauftragte Peter Schaar hatte höhere Bußgelder beim unzulässigen Verkauf von persönlichen Angaben gefordert.

Medienberichte, wonach sich der Datendieb der Polizei gestellt habe, konnte die Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach am Donnerstag nicht bestätigen. „Davon wissen wir nichts. Bisher hat sich keine Polizeibehörde in Deutschland bei uns gemeldet. Der angeblich Geständige möge bitte mit uns Kontakt aufnehmen“, sagte Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff zu einem Bericht der „Bild“-Zeitung. Nach Angaben der Zeitung wohnt der Mann in Hannover und hat die SKL-Daten als Leiter eines Call Centers gesammelt und für fünfstellige Summen weiterverkauft.

Die CD ist nach Expertenansicht nur die „Spitze eines Eisbergs“. „Wir haben den Hinweis, dass diese 17000 Daten wirklich nur Bodensatz sind“, sagte Datenschützer Weichert. „Es gibt offensichtlich auch bei diesem Call Center sehr, sehr viel mehr Daten, die auch genau zu den gleichen Zwecken genutzt wurden.“ Seine Behörde werde mit Anfragen überhäuft, sagte Weichert.

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