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Hilfe - die Ferien enden

So macht Schule Kindern (und Eltern) mehr Spaß

DORTMUND/KREIS UNNA Schulstart am Mittwoch: Die meisten Erstklässler freuen sich auf die Schule, bei anderen Schülern gibt es lange Gesichter. Und in vielen Familien ist das Thema Schule eines, das nicht nur die Kinder aufstöhnen lässt. Dabei kann und sollte Schule auch Spaß machen. Wie das geht? Hier sind sieben goldene Tipps.

So macht Schule Kindern (und Eltern) mehr Spaß

Das Miteinander in der Schule ist für Kinder und Jugendliche ganz wichtig. Auch die Eltern können etwas dafür tun, dass es funktioniert.

Die gute Nachricht zuerst: 45 Prozent der Schüler zwischen 5 und 13 Jahren haben offenbar Spaß an der Schule - auch wenn sie dafür manchmal echt ackern müssen. Das hat im vergangenen Jahr eine

herausgefunden. Die schlechte Nachricht: Die Freude daran nimmt stetig ab.  Die Studie arbeitet klar heraus, was Lehrer dagegen tun können: Den Lehrstoff in spannende Geschichten verpacken, digitale Medien verwenden, projektorientiert arbeiten. Ganz wichtig sind auch Erfolgserlebnisse. Tim Heptner, Lehrer an einer Schule im Kreis Unna, versucht all diese Dinge zu beherzigen. "Wenn man Ziele findet, die das Kind selbst toll findet, kann es sich selbst zum lernen motivieren", sagt der Lehrer. Er versucht seinen Schülern das Gefühl zu geben, stets gemeinsam zu lernen, und lässt sich von ihnen erzählen, was die Kinder bislang gelernt haben. Ein Rollentausch kann also helfen. 

Allerdings: Wie der Unterricht aussieht und ob dieser Spaß macht, darauf hat man zu Hause keinen Einfluss. Doch Eltern, die ein paar Dinge beherzigen, können es sich und ihren Kindern deutlich leichter machen. Denn manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die den Streit über die Hausaufgaben in Gebrüll eskalieren lassen. Doch was tun, wenn das immer wieder passiert? Wenn das Kind plötzlich überhaupt nicht mehr in die Schule will oder die Klassenlehrerin wöchentlich mindestens einmal anruft und schreibt? Wie man sich und dem Kind das Leben leichter machen kann, weiß Elisabeth Hanfland, Leiterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Unna. "Schule ist anstrengend, ohne Frage", sagt sie. Doch wichtiger als Leistungsdruck oder Zeitprobleme als Auswirkungen des G8-Abiturs sei generell etwas anderes: Das Miteinander. Und darauf - und auf einiges andere auch - haben Eltern durchaus Einfluss. 

Kinder freuen sich immer, Gleichaltrige zu treffen. Dieser Spaß fängt schon auf dem Schulweg an. "Eltern sollten ihre Kinder nicht mit dem Auto fahren, damit nehmen Sie ihnen Freude und auch ein Stück Selbstständigkeit", sagt die Schulpsychologin. 

"Damit Schule Spaß macht, ist ein gutes Klassenklima ganz zentral", betont die Schulpsychologin. Das hänge natürlich auch viel von den Klassenlehrern oder dem Klassenleitungsteam ab. Daher sei es sehr wichtig, zu diesen ein gutes Verhältnis zu haben. Sollte es dennoch Probleme geben, gilt:  

 

"Ich kann Eltern nur empfehlen, Ärger oder Unzufriedenheit auf der Erwachsenen-Ebene auszutragen",  rät Elisabeth Hanfland. Also lieber in die Sprechstunde gehen oder eine Mail schreiben, als vor dem Kind laut zu schimpfen. Denn die Praxis zeige, dass eines der gößten Probleme für Kinder ist, wenn sie zwischen Eltern und Lehrern stehen. "Sie wollen beide Seiten nicht enttäuschen". Kann mit der Klassenleitung keine Lösung gefunden werden, sollte mit der Schulleitung gesprochen werden.

Eines der ganz großen Themen in den Beratungsstellen ist Mobbing.  Wer in der Schule gemobbt wird, kann sogar krank davon werden. "Und oft merken die Eltern erst einmal gar nichts", weiß Hanfland. Mobbing kann auch dazu führen, dass die Kinder plötzlich gar nicht mehr in die Schule wollen. Stellen Eltern fest, dass ihr Kind gemobbt wird, gilt: Niemals die Eltern beschuldigter Kinder anrufen. Alles andere macht die Dinge wahrscheinlich nur schlimmer.

Die Begründung für diese Regel ist so simpel wie einleuchtend: Stellen Sie sich vor, bei ihnen rufen andere Eltern an und sagen: "Guten Abend. Ihr Kind mobbt mein Kind." Erwidern Sie dann: "Oh ja, da haben Sie recht!"? Nein. Solche Gespräche bringen nichts, machen die Dinge für den betroffenen Schüler nur noch schlimmer. Dagegen ist die Klassenleitung diejenige, die eine Lösung finden kann und muss, sagt die Schulpsychologin.  Was aber, wenn die Kinder nie wirklich etwas aus der Schule erzählen? Dann gilt: 

Wenn man das Kind fragt: "Wie war die Schule" heißt die Antwort entweder "Gut" oder "Schlecht". Mehr Antworten gibt es auf diese Frage nicht. Besser nach Inhalten fragen, etwa: "Was habt Ihr heute in Geschichte gemacht?" Oder fragen, was die Kinder geärgert/gefreut/belustigt hat. 

Fast in jeder Familie gibt es - mindestens ab und zu mal - Ärger, weil die Hausaufgaben nicht/schlampig/falsch gemacht wurden. Doch: "Die Eltern sind dazu da, dafür zu sorgen,

die Hausaufgaben gemacht werden.

sie gemacht werden, ob sie richtig oder ordentlich sind, dass muss die Lehrerin beurteilen", erklärt Hanfland. Damit ist ein gutes Stück Konfliktpotential zu Hause vom Tisch. Wo die Kinder ihre Hausaufgaben erledigen, ist von der Familie abhängig. "Das kann bei jüngeren Kindern auch mal der Küchentisch sein", sagt die Psychologin.  

 

Schule ist anstrengend - selbst wenn sie Spaß macht. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Wer aber erkennt, wofür er lernt, der strengt sich gerne und eher an. Sätze wie "Das ist der Ernst des Lebens" oder "Später wirst Du das gebrauchen" helfen allerdings nicht. Wenn Schüler gar keinen Spaß mehr haben, sich anzustrengen oder am Unterricht teilzunehmen, dann kann es sein, dass ihnen einfach eine Perspekte fehlt. "Da sind Kinder und Jugendliche dann auch nicht anders, als Erwachsene", sagt die Schulpsychologin Elisabeth Hanfland.

Anlaufstellen bei Problemen


Nummer gegen Kummer für Schüler


Nummer gegen Kummer für Eltern


Schulpsychologischen Beratungsstellen in NRW:

 

   

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