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So viele ausländische Bundesliga-Trainer wie nie

Frankfurt/Main (dpa) So viele ausländische Fußball-Lehrer wie nie trainieren in dieser Saison die Bundesliga-Teams. Ein Drittel aller Übungsleiter hat keinen deutschen Pass, in keiner anderen großen Liga Europas sind so wenig heimische Coaches angestellt.

So viele ausländische Bundesliga-Trainer wie nie

Martin Jol trainiert in dieser Saison den HSV.

Doch in Deutschland haben Trainer aus der Fremde eine große Tradition: Namen wie Ernst Happel, Branko Zebec & Co. stehen für Erfolg. «Typen» wie der an der Seitenlinie Bonbons verteilende Aleksandar Ristic oder der Zigarillo paffende Dragoslav «Stepi» Stepanovic («Lebbe geht weider») haben die Liga geprägt und für manchen Farbtupfer gesorgt.

In 45 Jahren gab es in der Liga 48 Trainer aus dem Ausland. Die meisten kamen aus den Niederlanden (11). Dahinter folgen das frühere Jugoslawien (9), Österreich (8) und Ungarn (6). Die Niederländer Martin Jol (Hamburger SV), Fred Rutten (Schalke 04) und Jos Luhukay (Borussia Mönchengladbach), die Schweizer Lucien Favre (Hertha BSC) und Marcel Koller (VfL Bochum) sowie der Slowene Bojan Prasnikar (Energie Cottbus) wollen in dieser Saison in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Vorgänger treten.

Den ersten Meistertitel als ausländischer Coach holte 1966 der Österreicher Max Merkel mit dem TSV 1860 München, er wiederholte das Kunststück 1968 mit dem 1. FC Nürnberg, stieg danach aber unerwartet mit dem FCN in die 2. Liga ab. Damals hatte Bayern München bereits seinen zweiten ausländischen Coach. Zlatko «Tschik» Cajkovski hatte nicht nur 1967 den Europapokal der Cupsieger gewonnen, sondern machte auch durch Humor («kleines dickes Müller») auf sich aufmerksam, sein Nachfolger Zebec holte 1969 erstmals das Double für die Münchner.

Der Jugoslawe trainierte in 14 Spielzeiten sechs Bundesligisten (Bayern, Stuttgart, Braunschweig, Hamburg, Dortmund, Frankfurt) und kam dabei auf 412 Partien - mehr als jeder andere ausländische Coach. Mitte der 70er war er Vater des größten Erfolgs der Braunschweiger Eintracht, die 1977 nur um einen Punkt die Meisterschaft verpasste. Zwei Jahre später wurde Zebec noch einmal Deutscher Meister mit dem HSV. Der Ungar Pal Csernai gewann Anfang der 80er Jahre zwei Meistertitel mit dem FC Bayern, direkt im Anschluss erlebte der HSV unter dem Österreicher Happel seine beste Zeit. Der grantelnde Kettenraucher schaffte in sechs Jahren an der Elbe zwei Meistertitel, holte einmal den DFB-Pokal und gewann 1983 den Landesmeisterpokal. Nach Happels Abschied 1987 wurde es ruhiger um ausländische Trainer.

Erst Mitte der 90er Jahre drückte Giovanni Trapattoni als Bayern- Coach der Liga seinen Stempel auf. Der elegante Italiener blieb aber weniger durch Titel, als durch seine berühmte Wutrede («schwach wie eine Flasche leer») in Erinnerung. Etwa zeitgleich kreierte der Niederländer Huub Stevens auf Schalke aus Holländern, Belgiern und Tschechen die «Euro-Fighter», mit denen er 1997 den UEFA-Cup nach Gelsenkirchen holte. Bei zwei Pokalsiegen (2001/2002) fehlten ihm am letzten Liga-Spieltag 2001 nur wenige Minuten zum ersten Championat für Schalke seit 1958.

Nur einmal (1981/82) trainierten fast so viele Ausländer wie heute die Bundesligisten. Aus einem Quintett landeten Happel (HSV), Csernai (FC Bayern) und der Niederländer Rinus Michels (1. FC Köln) auf den Top-3-Rängen. Die Messlatte haben sie damit sehr hoch gelegt.

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