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So wild wie die Natur

WATTENSCHEID Hier sieht es aus wie Kraut und Rüben. Dem Vereinsnamen will die Ökologische Dauerkleingartenanlage an der Günnigfelder Straße aber durchaus auch entsprechen. "Die Natur ist wild. Wer bei uns nach Leuten sucht, die den Rasen mit der Nagelschere schneiden, wird lange suchen."

von von Nina Vogt

, 18.08.2008

Dirk Münstermann blickt auf eine Gartenparzelle, in der wild durcheinander verschiedene Pflanzen wachsen. Alles heimische Gewächse versteht sich. Der Vorsitzende des Kleingartenvereins "Kraut und Rüben" sagt: "Unser Ziel ist es das angrenzende Naturschutzgebiet 'Am Blumenkamp' zu unterstützen."

Aus dem Grund wird in der Kleingartenanlage auf natürliche Materialien gesetzt. Beton oder Kunststoff ist hier nicht gern gesehen, chemische Pflanzenschutzmittel natürlich verboten. Die Lauben auf den rund 300 Quadratmeter großen Parzellen sind aus Holz. Strom, Satellitenschüsseln oder fließendes Wasser gibt es nicht, nur zentrale Wasserstellen. "Wir wollen zum Ursprünglichen des Kleingärtnerwesens zurück", sagt Schriftführer Michael Mondin. "Weg vom Luxus. Die Natur genießen." Die Lauben dürfen nur maximal 16 Quadratmeter groß sein. "Die Mitglieder sollen sich ja im Garten aufhalten, nicht in der Laube", so Münstermann.

Fast 100 Mitglieder

Das ökologische Konzept der Anlage geht auf. Fast 100 Mitglieder habe der Verein derzeit, erzählt der Vorsitzende. "Es sind vor allem junge Familien mit Kindern. Unser Altersdurchschnitt ist sehr niedrig", ergänzt er. Was die Leute anspreche? "Viele verbinden mit Kleingarten auch Kleingeist. Es gibt hier zwar auch Regeln - wir unterstehen dem Kleingartengesetz -, aber alles ist sehr offen", so Münstermann. Die Hecken dürfen nur eine gewisse Höhe haben. Teilweise gibt es kaum Begrenzungen zwischen den Parzellen. "Meine Kinder können sich völlig frei bewegen", sagt Dirk Münstermann. Und für sie gibt es nicht nur in den Gärten viel zu entdecken. Das Feuchtbiotop, die Streuobstwiese, die Kinderparzelle und auch der Stall mit Ziegen, Schafen und Laufenten sind bei den Kleinen beliebter als der Spielplatz der Anlage.

Anfangs belächelt

Anfangs wurde die Kleingartenanlage von anderen Vereinen belächelt, sagt Michael Mondin. "Man suchte hier Ökos mit Strohhut und Latschen." Heute habe sich das geändert: "Heute lernen andere von uns", so Dirk Münstermann.