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Software-Standards für Windows-Rechner

Berlin. Wer sich einen neuen Windows-Rechner gekauft hat oder seine alte Kiste neu aufsetzt, steht vor der Aufgabe, die noch gähnend leere Festplatte mit Software zu bevölkern. Programme gibt es jede Menge. Die Kunst ist, die richtig wichtigen auszuwählen.

Ganz gleich, ob der Rechner beruflich oder privat genutzt wird: Ein Repertoire an Standard-Software ist Pflicht. Tief in die Tasche greifen muss man dafür nicht. Für fast jeden Anwendungszweck gibt es eine Vielzahl kostenloser Programme.

Der erste Schritt bei der Neueinrichtung sollte die Installation eines Antiviren-Programms sein. Zwar hat Windows 10 bereits den Defender an Bord, andere Scanner schützen aber oftmals besser. Gratis sind etwa Avast Free Antivirus oder Avira Free Antivirus.

Empfehlenswertes Zusatzprogramme zum Virenscanner sind Adware-Scanner, die aufs Entdecken und Entfernen von Ad- und Spyware spezialisiert sind. Der AdwCleaner entdeckt so ziemlich jedes unerwünschte und lästige Werbe- oder Spionageprogramm. Wichtig: Das Tool überwacht den Rechner nicht ständig im Hintergrund und muss regelmäßig manuell gestartet werden. Ist der Rechner neu und voller Demo-Versionen, kann der Einsatz des PC Decrapifier Free lohnen.

„Wenn möglich, sollten Nutzer die Software immer direkt beim Hersteller und nicht über Dritte wie beispielsweise Software-Portale beziehen“, empfiehlt Viktor Schröder von der Gesellschaft für Informatik. Portale und andere Seiten könnten aber nützlich sein, um Erfahrungen anderer zum jeweiligen Programm zu finden.

Gegen eines der schlimmsten Computer-Horrorszenarien, den Datenverlust, helfen Backup-Tools. Mit dem Aomei Backupper Standardetwa lässt sich mit wenigen Klicks ein automatisierter Sicherungsplan für die wichtigsten Dateien oder auch das ganze System anlegen. Empfehlenswert ist auch die Open-Source-Software Cobian Backup.

Musik und Filme möchte fast jeder mit seinem Rechner abspielen. Hier empfiehlt sich eine Open-Source-Software ganz besonders: „Der VLC-Player ist ein echter Alleskönner, er versteht alle gängigen Video- und Audioformate“, sagt Martin Reche vom Fachportal „Heise online“. Die VLC-Player-App funktioniert auf Wunsch sogar das Smartphone zur Fernbedienung um. Um einen interessanten Medienplayer handelt es sich beim Tomahawk, der auch - die entsprechenden Abos vorausgesetzt - Streaming-Dienste, Internetradios oder Videoplattformen in die Musiksuche einbeziehen kann.

Für Aufnahmezwecke und das Bearbeiten von Audiodaten, etwa um einen Podcast zu erstellen, steht das ausgereifte Programm Audacity bereit. „Der Schnitt und die anschließende Nachbearbeitung mit Effekten, Equalizer und Kompressoren funktioniert sehr gut“, urteilt Reche. Das Plug-in Lame erlaubt zudem den Datei-Export im MP3-Format.

Platz sparen ist auch mit 7-Zip angesagt. Das Tool packt und entpackt Dateien, unterstützt dabei zahlreiche Komprimierungsformate und ist dem Windows-eigenen Zip-Tool überlegen. Und damit Nutzer ihre Dokumente platzsparend und plattformübergreifend verschicken können, ist ein virtueller PDF-Drucker wie PDF24 nützlich. Dieser kann aus jeder Anwendung heraus wie ein Drucker aufgerufen werden und speichert die Dokumente dann als PDF ab. Das Programm kann PDFs zudem verkleinern, einzelne Seiten aus bestehenden PDFs extrahieren und PDF-Dateien fürs Internet optimieren. Zum Betrachten von PDFs genügen oft schon die in den meisten Browsern integrierte Viewer.

Stichwort Browser: Der erste Gang ins Internet auf einem neuen oder frisch installierten Windows-10-Rechner führt oft zwangsläufig über den Edge-Browser. Bei dem muss es aber nicht bleiben. Vom Firefox über Chrome bis hin zu Opera oder Vivaldi gibt es viele gute Browser.

Das gilt auch für E-Mail-Clients. Denn längst nicht jeder möchte sich für daheim Outlook kaufen. Oft fällt dann die Wahl auf Mozillas Thunderbird, der alle wichtigen Funktionen rund um E-Mails bietet, ein Adressbuch eingeschlossen. Ein Kalender mit Terminverwaltung kann im Form der Lightning-Erweiterung leicht ergänzt werden.

Doch ein Rechner wäre nicht vollständig ohne eine gute Office-Suite mit Textbearbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentations-Tool. Hier ist Libre Office eine Empfehlung. „Die Software ist ein inoffizieller Nachfolger von Open Office, entwickelt sich schnell weiter und bietet gute Features“, meint Viktor Schröder.

Als Bildbetrachter hat sich etwa Irfanview etabliert, das auch bei der Verwaltung oder Verschlagwortung der Fotosammlung hilft. Die integrierte Stapelverarbeitung kann die Metainformationen mehrerer Bilder oder ganzer Ordner auf einmal ändern. Und als kostenlose wie einsteigerfreundliche Bildbearbeitung empfiehlt Martin Reche Paint.net - „wegen seiner übersichtlichen Bedienoberfläche“.

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