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Soko «Michelle» analysiert 400 Hinweise

Leipzig (dpa) Die Leipziger Sonderkommission «Michelle» hat bei der Suche nach dem Mörder des achtjährigen Mädchens bisher mehr als 400 Hinweise erhalten. Eine heiße Spur ist bisher noch nicht aufgetaucht.

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Auf der Suche nach Beweisstücken durchkämmen Polizisten einen See in Leipzig.

Von der kleinen Michelle fehlt nach wie vor jede Spur.

Die achtjährige Michelle trug vor ihrem Verschwinden hellblaue Jeans, ein gelbes T-Shirt, eine rosafarbene Jacke mit Kapuze, weiße Turnschuhe und hatte eine große pinkfarbene Tasche bei sich.

Ähnlich wie auf diesem Polizeifoto war Michelle bei ihrem Verschwinden gekleidet (bestmögliche Qualität).

Ein Beamter der Leipziger Spurensicherung untersucht eine Parkbank.

Ein Polizeibeamter sucht mit seinem Fährtenhund in Leipzig nach Spuren des vermissten Mädchens.

Die Leipziger Polizei sucht fieberhaft nach Spuren der kleinen Michelle.

Schulkameraden von Michelle vor Grundschule in Leipzig.

Ein Beamter der Spurensicherung untersucht eine Parkbank nach Spuren des vermissten Mädchens.

Es dauere eine gewisse Zeit, bis alles ausgewertet sei, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt am Montag. Zum Schuljahresbeginn betreuten Psychologen in der Grundschule der getöteten Achtjährigen vor allem die jüngeren Schüler. Die Stadt Leipzig richtete ein Spendenkonto für die Familie von Michelle ein. Das wichtigste für die Familie sei geduldige und fürsorgliche Unterstützung der Angehörigen und Freunde, erklärte der Bundesverband verwaister Eltern.

Polizeisprecher Voigt sagte, die Sonderkommission mit 177 Mitgliedern konzentriere sich auf drei Hauptbereiche. Die Spurensicherung suche weiter die Umgebung des Teiches ab, in dem die Leiche lag. Eine zweite große Gruppe von Kriminalpolizisten wertet die Hinweise von Bürgern aus. Ein dritte Arbeitsgruppe überprüft die Alibis von aktenkundigen Sexualstraftätern.

Die Polizei dementierte Zeitungsberichte, dass mit Phantombildern nach einem Täter gesucht werde. Es gebe mehrere Zeichnungen von unbekannten Männern, nach denen wegen Sexualdelikten gesucht werde. Das seien aber bisher nur «theoretisch mögliche Täter», konkrete Hinweise gebe es nicht. Auf Fahndungsplakaten, die in Leipzig aufgehängt und verteilt wurden, bittet die Polizei um Hinweise. Eine Belohnung von 10 000 Euro ist ausgesetzt.

Am Wochenende wurden in der Nähe des Teiches Haarbüschel gefunden. Ob es Haare des Kindes sind, wurde weiter nicht gesagt. Gesucht werden immer noch die rosafarbene Jacke und die pinkgemusterte Tasche von Michelle, die sie trug, als sie am Montag vor einer Woche bei der Ferienbetreuung war und zuletzt lebend gesehen wurde. Am vergangenen Donnerstag hatten Spaziergänger ihre Leiche in dem Teich im Osten Leipzigs entdeckt.

Spenden für die Eltern und die beiden Brüder des ermordeten Mädchens können mit dem Kennwort «Michelle» auf ein Konto der Stadt Leipzig eingezahlt werden (Konto 1 000 000 040, Sparkasse Leipzig, Bankleitzahl 860 555 92). Sachsens Polizeipräsident Bernd Merbitz forderte Eltern in einem offenen Brief auf, ihre Kinder zur Vorsicht gegenüber fremden Menschen zu erziehen.

Am Abend forderten 500 Demonstranten - darunter viele Neonazis - die Todesstrafe für Kinderschänder. Der Protestzug begann vor der Grundschule des getöteten Mädchens und endete in dem nahen Park, wo die Leiche gefunden worden war. Die Menschen riefen Parolen wie «Keine Gnade für Kinderschänder» und «Kinderschänder - Todesstrafe». Etwa hundert Teilnehmer trugen uniformähnliche schwarze Kleidung, wie sie in der rechtsextremen Szene üblich ist. Mit Megafonen gaben Neonazis Anweisungen für Schweigeminuten und Verhalten während der Kundgebung. Angemeldet hatte die Demonstration eine Leipzigerin, die in dem Viertel von Michelles Familie wohnt.

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