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SolarWorld bietet für Opel-Werke - General Motors lehnt ab

BONN Ungewöhnlicher Vorschlag zur Lösung der Opel-Probleme: Der Solaranlagenhersteller SolarWorld kündigte am Mittwoch an, die Übernahme der deutschen Opel-Standorte anbieten zu wollen. SolarWorld wolle Opel dann zum ersten “grünen“ europäischen Autokonzern weiterentwickeln“, teilte das Bonner Unternehmen mit. Opel-Eigner General Motors lehnte prompt ab.

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Der Chef der SolarWorld AG, Frank Asbeck.

Die Bonner Solarworld plant eine Übernahme von Opel

SolarWorld will die deutschen Opel-Werke von der kränkelnden US-Konzernmutter General Motors (GM) faktisch geschenkt bekommen und Opel zu einer Öko-Marke machen. Ein entsprechendes Angebot für die vier deutschen Standorte sowie das Entwicklungszentrum solle dem Mutterkonzern unterbreitet werden, teilte SolarWorld am Mittwoch mit.  

An der Börse sorgte die Nachricht für ungläubiges Staunen - der Kurs des TecDAX-Unternehmens brach ein. SolarWorld will Opel der Mitteilung zufolge 250 Millionen Euro in bar und Kreditlinien von 750 Millionen Euro vorbehaltlich einer Bundesbürgschaft bereitstellen.   Die Bonner verlangen im Gegenzug die Herauslösung von Opel aus dem GM-Konzern sowie eine Kompensationszahlung von 40.000 Euro pro Arbeitsplatz in Deutschland. Die geforderte Mitgift summiert sich nach Unternehmensangaben auf rund eine Milliarde Euro, fällt also genauso hoch aus, wie die angebotene finanzielle Unterstützung für Opel.  

Die deutsche GM-Tochter Opel bemüht sich derzeit in Berlin um eine milliardenschwere Staatsbürgschaft für den Fall, dass die Konzernmutter zahlungsunfähig wird. Ohne staatliche Hilfen fürchtet der Autohersteller, dass ihm spätestens Anfang 2009 das Geld ausgeht. Opel beschäftigt am Stammsitz im hessischen Rüsselsheim sowie in Bochum (Nordrhein-Westfalen), Eisenach (Thüringen) und Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) knapp 30.000 Menschen. GM Europe reagierte kühl auf das angekündigte Angebot von SolarWorld. Ein möglicher Verkauf der deutschen Tochter sei „pure Spekulation“. „Opel steht nicht zum Verkauf“, sagte eine Unternehmenssprecherin in Zürich. Der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz sagte, die Offerte könne man nicht ernst nehmen.  

Ein Regierungssprecher in Berlin sagte, bei dem Übernahmeangebot handele es sich um eine unternehmerische Entscheidung. Die SolarWorld-Aktien fielen nach der Bekanntgabe der Pläne um 18,5 Prozent auf 13,30 Euro und waren damit größter Verlierer im TecDax. Als „sehr unrealistisch“ bezeichnete der Autoanalyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler den Plan von SolarWorld. Das Unternehmen müsste „riesige Mittel mobilisieren, um den Fortbestand von Opel zu sichern“, sagte Pieper. Zudem sei Opel für ein Angebot, wie SolarWorld es vorlegen wolle, nicht zu bekommen, so Pieper weiter. Vielmehr liege der Wert von Opel in Deutschland derzeit “grob geschätzt“ bei drei Milliarden Euro.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hielt in einer ersten Reaktion ein SolarWorld-Angebot nicht für komplett abwegig. „Das wäre eine Herkules-Aufgabe für das Unternehmen, aber nicht völlig unmöglich“, sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Es gelte zu analysieren, ob SolarWorld wirklich eine Milliarde Euro zusammenbekommen könnte - und ob der Mutterkonzern General Motors (GM) Opel zu diesem Preis abgeben würde. „Für Opel wäre es jedenfalls nicht schlecht, wenn es einen Neuanfang gäbe“, sagte Dudenhöffer.

SolarWorld entwickelt und produziert Solarstromanlagen. Das Unternehmen hat weltweit 2254 Beschäftigte. Für Opel arbeiten in Deutschland knapp 25.700 Menschen. 

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