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Sonne auf Abruf - Solarspeicher lagern Energie vom Dach ein

Berlin (dpa/tmn) Für Solarstrom gibt es immer weniger Einspeisevergütung. Wer seine Photovoltaikanlage möglichst effizient betreiben will, nutzt daher möglichst viel seines produzierten Stroms selbst. Solarspeicher helfen dabei.

Sonne auf Abruf - Solarspeicher lagern Energie vom Dach ein

Eine Photovoltaikanlage auf dem Hausdach produziert Strom - damit dieser nicht direkt genutzt werden muss, nutzen immer mehr Hausbesitzer Solarspeicher. Foto: Andrea Warnecke

Wenn die Sonne scheint, ist alles gut. Dann kann der von der Photovoltaikanlage produzierte Strom direkt im Haus genutzt werden. Allerdings sind viele tagsüber nicht zu Hause. In der Regel werden nur etwa 30 Prozent des Stroms direkt verbraucht.

Der große Rest wird in öffentliche Netze eingespeist. Dafür müssen Betreiber aber Strom zukaufen, wenn sie nach Sonnenuntergang Elektrizität benötigen. Abhilfe schafft ein Batteriespeicher.

Der Eigenverbrauch kann auf 80 Prozent und mehr steigen, erklärt Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft. Nach seinen Angaben verfügen mehr als 15 000 deutsche Haushalte über einen Speicher. «Im vergangenen Jahr wuchs die Speicher-Nachfrage um 30 Prozent, gleichzeitig sind die Kosten um ein Viertel gesunken», sagt Körnig. Ein Batteriespeicher mit einer Nennkapazität von fünf Kilowattstunden inklusive Installation kostet zwischen 6000 und 10 000 Euro netto.

Es gibt Blei- und Lithiumspeicher. «Moderne Lithium-Systeme sind langlebiger und leistungsstärker», erklärt Körnig. «Sie benötigen weniger Platz wegen der größeren nutzbaren Speicherkapazität.» Während bei einer Nennkapazität von zehn Kilowattstunden (kWh) bei einem Bleispeicher nur etwa fünf kWh nutzbar sind, erreichen Lithiumspeicher acht kWh und mehr. Aber wer sich für diesen entscheidet, setzt auf eine relativ neue Technik, für die es noch keine einheitlichen Normen gibt. Die günstigeren Bleispeicher beruhen auf einer jahrzehntelang praktizierten Technologie.

Damit verlässliche Lithium-Speicher angeboten werden, hat der Verband einen Leitfaden erarbeitet. Viele Hersteller orientieren sich daran. «Es sind schon heute ausgereifte und sichere Lithium-Systeme auf dem Markt», sagt Körnig. «Käufer von Lithium-Ionen-Hausspeichern sollten darauf bestehen, dass das installierte Batteriesystem konform mit den im Sicherheitsleitfaden formulierten Schutzzielen ist. Damit sind Kunden auf der sicheren Seite.»

Aber sie können nicht unbedingt davon ausgehen, dass die Lithiumspeicher sich in jedem Fall rechnen. «Dazu ist die Technik zu jung, und auch die Rahmenbedingungen sind noch unklar», meint Thomas Seltmann, Ratgeberautor der Stiftung Warentest. Zum einen könne man die Entwicklung des Strompreises in den nächsten 10 bis 15 Jahren nicht exakt voraussehen. Er wird wohl steigen, aber in welchem Ausmaß ist nicht absehbar. «Außerdem gibt es noch keine Erfahrungen, wie lange die Batteriespeicher überhaupt halten», betont Seltmann. «Die Batterien, die heute auf dem Markt sind, haben teilweise große Qualitätsunterschiede und sind zudem immer noch recht teuer.»

Ein Schritt in die Zukunft könnten Solarspeicher sein, die in den Wechselrichter integriert werden. Erste Modelle gibt es schon. «Sie sind kleiner, günstiger und damit wirtschaftlicher», sagt Seltmann. Aber sie liefern nicht wie die großen Speicher bis zu 80 Prozent, sondern nur bis zu 60 Prozent des Solarstroms für den Eigenverbrauch.

Die Energie vom Dach lässt sich aber auch auf andere Weise zeitversetzt im Haus nutzen. «Es gibt auch die Möglichkeit, die Photovoltaikanlage mit einer Warmwasser-Wärmepumpe zu verbinden», erklärt Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Der Solarstrom betreibt eine Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher. «Das Wasser reicht zum Duschen und Baden am Abend und am nächsten Tag», sagt Wagnitz. «Oder es kann mit zum Heizen verwendet werden.»

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