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Sorgen in Russland und Polen - Frankreichs „Stromausfall“

Saint-Denis. Zum Start in das WM-Jahr läuft es noch längst nicht bei allen Endrundenteilnehmern. Frankreich, Polen und Russland verloren am Freitag ihre Testspiele. Und zwölf Wochen vor dem Turnierstart offenbarte sich bei Portugal erneut die Abhängigkeit von Ronaldo.

Sorgen in Russland und Polen - Frankreichs „Stromausfall“

Der Franzose Kylian Mbappe (r) im Duell um den Ball mit Kolumbiens Davison Sanchez. Foto: Michel Euler/AP

Frankreich beklagte einen sportlichen „Stromausfall“, Polen hat ein Lewandowski-Problem, und Gastgeber Russland muss noch viele „Fehler korrigieren“: Zwölf Wochen vor dem Beginn der Fußball-WM wartet auf einige Teilnehmer noch viel Arbeit.

Im Gegensatz zu den Polen, Franzosen und Russen konnte Europameister Portugal sein Testspiel am Freitag zwar gewinnen, doch das gelang nur dank zweier später Tore von Weltfußballer Cristiano Ronaldo.

„Ein Misston zur Eröffnung“, schrieb die Sportzeitung „L'Équipe“ nach Frankreichs 2:3 (2:1) gegen Kolumbien. „Dieser unerwartete Rückschlag beweist, dass Frankreichs Team noch sehr bröckelig ist.“ Trainer Didier Deschamps sprach von einem „Stromausfall“ in der zweiten Halbzeit und prangerte gar „Selbstgefälligkeit“ an. Die 2:0-Führung nach Toren von Oliver Giroud und Thomas Lemar in Paris reichte nicht, denn Luis Muriel, Radamel Falcao und Juan Quintero sorgten noch für den ersten Sieg Kolumbiens gegen Frankreich überhaupt. Die Zeitung „Le Parisien“ schrieb von der „Rückkehr der blauen Schmerzen“.

Bei der polnischen Nationalmannschaft setzte sich beim 0:1 (0:0) in Breslau gegen Nigeria eine Serie fort, die Trainer Adam Nawalka ins Grübeln bringen könnte. Trifft Lewandowski nicht, kann Polen nicht gewinnen. Seit der EM 2016 hat Polen in allen fünf Partien, in denen Lewandowski kein Tor erzielte, auch keinen Sieg geschafft. Seit drei Spielen ist Polen nun sogar gänzlich ohne Treffer. Das Portal „Przeglad Sportowy“ titelt: „Polen verliert seine Wirksamkeit“.

Lewandowski wollte aber nicht Alarm schlagen. „Wir hätten das Spiel gewinnen sollen“, sagte der Bayern-Profi, der 16 der 28 polnischen Tore seit der EM erzielt hat, und fügte hinzu: „Details haben darüber entschieden, dass wir verloren haben. Bei größerer Konzentration und besserer Verfassung aller Spieler wäre das Ergebnis ein anderes.“

Völlig chancenlos war Russland beim 0:3 (0:1) gegen den fünfmaligen Weltmeister Brasilien - und konnte die Realität anschließend nicht mehr ausblenden. „Der Gegner war stärker und in seiner Qualität besser. Wir müssen jetzt beginnen, unsere Probleme zu lösen und die Fehler zu korrigieren“, sagte Trainer Stanislaw Tschertschessow.

Die russischen Erwartungen schwanken dabei zwischen Größenwahn und Fatalismus. Die Zeitung „Sport-Express“ äußerte generelle Bedenken, dass das WM-Projekt funktionieren kann: „Das Aufeinandertreffen mit den Brasilianern hat mehrere Probleme aufgezeigt: Erstens hat unsere Mannschaft ein seltsames Selbstvertrauen, das auch an einen gewissen Wahnsinn grenzt. Und das ist auch das zweite Problem: Damit kann man die sportlichen Mängel des russischen Teams nicht wegargumentieren.“

Portugal siegte im ersten Härtetest des WM-Jahres immerhin 2:1 (0:0) gegen Afrikameister Ägypten. Dabei war aber gleich wieder zu sehen, wie sehr sich das Team auf Superstar Cristiano Ronaldo verlässt. „Mit zwei Treffern gegen Ägypten schlägt Cristiano Ronaldo eine weitere goldene Seite seiner Karriere auf, die bereits voller unvergesslicher Momente ist“, schrieb die Zeitung „Record“.

Nach dem Tor von Liverpool-Star Mohamed Salah sah es am Freitagabend im Züricher Letzigrund nach einer Überraschung aus. Aber verlieren ist nicht das Ding von Ronaldo. Zweimal schraubte er sich in der Nachspielzeit nach Flanken von Ricardo Quaresma in die Höhe und sorgte mit seinen wuchtigen Kopfbällen noch für den Favoriten-Erfolg.

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