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"Sozialdemokratische Seelen streicheln"

Im SÜDEN Mit dem "Hamburger Programm" nähert sich die SPD ihren sozialdemokratischen Wurzeln. Die Parteibasis begrüßt die Beschlüsse nicht als Linksruck, sondern als ideologische Kurskorrektur. Im Interview mit den Ruhr Nachrichten kommen drei Genossen zu Wort.

von Von Peter Bandermann

, 29.10.2007

Wie bewertet die Parteibasis das in Hamburg beschlossene Programm? Im Interview blicken der SPD-Stadtbezirksvorsitzende Peter Pfeiffer, Ratsmitglied Norbert Schilff und Heiner Gähner aus dem SPD-Ortsverein Schüren auf das am Wochenende beschlossene "Hamburger Programm".

 

 

 

 

 

 

 

 

 Herr Pfeiffer, kommenden Samstag begrüßen Sie zum 100. Geburtstag des Ortsvereins Wellinghofen den "Münte". Wie ist die Stimmung jetzt?Pfeiffer: Super! Wir alle sind zufrieden mit dem neuen Programm, damit kann sich die Basis viel eher identifizieren. Das war ein entscheidender Schritt, wir sind auf dem richtigen Weg.

Münteferings Image war zuletzt angekratzt. Pfeiffer: Franz Müntefering kann aber auch die sozialdemokratische Seele streicheln, denn er ist ein Mann aus dem Volk und kann Stimmungen gut bewerten.

Herr Schilff: Ist jetzt Friede, Freude, Eierkuchen ? Schilff: Wäre dieses Programm vor zwei Jahren beschlossen worden, dann hätten die Leute nicht in Scharen die Partei verlassen.

Können Sie das Papier inhaltlich an der Basis in Wählerstimmen umwandeln? Schilff: Da bin ich verhalten optimistisch. Das Papier reicht allein nicht aus, um in die Köpfe zu kommen. Das möchte ich am Beispiel der Koalition begründen: Wir stellen in der Regierung zwar die Hälfte der Minister - aber wo ist denn das sozialdemokratische Profil? Die Unterschiede sind nicht klar erkennbar.

Herr Gähner, Sie gelten als "bodenständiger Sozialdemokrat". Ist die SPD mit dem neuen Programm geerdet? Gähner: Vorweg: Für einen Sozialdemokraten ist dieses Programm eine Selbstverständlichkeit. Da "neu" drüber zu schreiben ist ein Witz. Zu Ihrer Frage: So einfach ist es jetzt nicht, die wundgescheuerten sozialdemokratische Seelen zu heilen. Die SPD muss das Programm umsetzen.

Was hat die Seele so sehr verletzt? Gähner: Die Agenda 2010 mit der Rente mit 67 und dem Arbeitslosengeld 1. Die Agenda war im Prinzip ja nicht schlecht, aber auch nicht bis unten durchdacht.

Sie sind auch Wahlkämpfer. Was erwarten Sie jetzt? Gähner: Wenn die Veränderungen erkennbar sind, dann können wir das in Stimmen umsetzen. Wenn das aber nur Lippenbekenntnisse waren, dann wird das sehr viel schwieriger sein. Wir müssen schnell und erkennbar zu unseren sozialdemokratischen Grundwerten und Tugenden zurück. 

  

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