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Spanair und Ministerium widersprechen sich

Madrid (dpa) Neue Verwirrung um die Flugzeugkatastrophe von Madrid: Die Fluggesellschaft Spanair hat der Darstellung des spanischen Verkehrsministeriums widersprochen, wonach das Unternehmen erwogen haben soll, die Unglücksmaschine vor dem Absturz durch ein anderes Flugzeug zu ersetzen.

Spanair und Ministerium widersprechen sich

Verkehrsministerin Alvarez: Spanair wollte die Unglücksmaschine durch anderes Flugzeug ersetzen.

Die Spanair-Maschine hatte vor dem Unglück am 20. August einen Start wegen technischer Probleme abgebrochen. Beim zweiten Startversuch stürzte das Flugzeug ab und ging in Flammen auf. 154 Menschen starben, 18 wurden verletzt.

Verkehrsministerin Magdalena Alvarez hatte im Parlament berichtet, Spanair habe nach dem abgebrochenen Startversuch vorgehabt, die Passagiere in eine andere Maschine umsteigen zu lassen, sich dann aber anders entschieden. Spanair dementierte die Äußerungen der Ministerin und betonte, solche Erwägungen habe es nicht gegeben.

Daraufhin veröffentlichte das Ministerium nach Medienberichten vom Sonntag den Tonbandmitschnitt eines Gesprächs, in dem ein Spanair- Verantwortlicher der Flughafenzentrale nach dem missglückten ersten Startversuch einen Wechsel des Flugzeugs ankündigte. «Entweder Spanair verschweigt hier einen gravierenden Vorgang, oder die Ministerin hat sich einen schweren Lapsus geleistet», schrieb die Zeitung «El Mundo».

Zehn Tage nach dem Unglück sind alle 154 Todesopfer identifiziert. Dies gab das Madrider Innenministerium bekannt. Die Feststellung der Identität war bei einigen Toten dadurch erschwert worden, dass die Leichen nach dem Absturz der Spanair-Maschine völlig verkohlt waren. In vielen Fällen konnte die Identität nur durch Zahnproben oder einen Abgleich von DNA-Spuren ermittelt werden. Unter den Opfern war auch eine vierköpfige Familie aus Pullach bei München.

Die Ursachen der Katastrophe sind noch nicht bekannt. «El Mundo» bemängelte, dass die Einsatzleitung des Flughafens erst 23 Minuten nach dem Absturz die Rettungsdienste alarmiert und Krankenwagen angefordert habe. Demgegenüber betonte die Verkehrsministerin, die Feuerwehr und die Notdienste hätten rasch reagiert. Drei Minuten nach dem Absturz seien die ersten Löschwagen der Flughafen-Feuerwehr an der Unglücksstelle eingetroffen.

Der erste Notruf kam von einem Maurer, der in der Nähe des Flughafens auf einer Baustelle gearbeitet hatte. Der Mann meldete sich nach Medienberichten nur wenige Sekunden nach dem Absturz bei der Notrufzentrale mit den Worten: «Hören Sie, hier auf dem Flughafen ist soeben ein Flugzeug abgestürzt. Ich glaube, das hat noch niemand bemerkt. Jedenfalls kommt niemand. Jetzt sehe ich auch Flammen und schwarzen Rauch.»

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