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Fußball-EM

Spanien quält sich mit Elfmeter-Krimi ins Finale

Donezk Spaniens Fußballer dürfen weiter vom Titel-Hattrick und dem EM-Wunschfinale gegen Deutschland träumen. Im Elfmeter-Krimi bezwang der Welt- und Europameister im Halbfinale von Donezk die leidenschaftlichen Portugiesen mit 4:2, nachdem 120 zähe Minuten torlos geblieben waren.

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Spanien steht im Finale der Europameisterschaft 2012. Foto: Tolga Bozoglu

Cesc Fabregas setzt den Ball für Spanien neben Rui Patricio an den linken Innenpfosten. Foto: Kerim Okten

Cristiano Ronaldo durfte im Elfmeterschießen gar nicht mehr für Portugal antreten. Foto: Kerim Okten

Rui Patricio (l) und Pepe (r) klären gemeinsam in höchster Not. Foto: Kerim Okten

Spaniens Außenverteidiger Alvaro Arbeloa (l) versucht es aus der Distanz. Foto: Kerim Okten

Iker Casillas (M) fängt eine Flanke der Portugiesen ab. Foto: Robert Ghement

Das Team um Kapitän Cristiano Ronaldo betrieb in der 1. Halbzeit viel Aufwand. Foto: Srdjan Suki

Cristiano Ronaldo (M) zieht mit links ab. Der Ball geht nur Zentimeter am spanischen Tor vorbei. Foto: Robert Ghement

Pepe (l) sieht von Schiedsrichter Cuneyt Cakir nach einem Foul an Xabi Alonso die Gelbe Karte. Foto: Tolga Bozoglu

Wie bei einem Duell setzt sich Cristiano Ronaldo (l) bei einem Freistoß in Szene. Foto: Srdjan Suki

Bei Real Madrid Teamkollegen, bei der EM Gegner: Cristiano Ronaldo (r) und Sergio Ramos. Foto: Tolga Bozoglu

Damit steht der Titelverteidiger in seinem dritten Finale in Serie bei einem großen Turnier. Um ihre Regentschaft am Sonntag in Kiew gegen Deutschland oder Italien zu behaupten, müssen sich die Spanier aber deutlich steigern. «Die Deutschen sind vielleicht etwas stärker, wir werden sehen», sagte Spaniens Trainer Vicente del Bosque.

Ronaldo mit Abschlussschwäche Nur die Abschlussschwäche von Portugals Superstar Cristiano Ronaldo, der vor 48 000 Zuschauern mehrfach aus guter Position scheiterte, bewahrte die uninspirierten Spanier vor dem Aus. Im Elfmeterschießen patzte zwar zunächst Spaniens Xabi Alonso. Dann jedoch hielt Keeper Iker Casillas gegen João Moutinho, Bruno Alves traf nur die Latte. Cesc Fábregas machte für Spanien alles klar. «Es war schwierig. Jetzt bin ich dankbar und voller Gefühle», bekannte Matchwinner Fábregas. Für sein Team war es das 19. Pflichtspiel ohne Niederlage in Serie.

Gegner automatisch für Confederations Cup qualifiziert «Wir sind verdient im Finale», beteuerte Innenverteidiger Sergio Ramos. «Ich bin stolz, in dieser Mannschaft zu sein.» Durch den Finaleinzug des Weltmeisters ist der EM-Finalgegner, also die DFB-Auswahl oder die Squadra Azzurra, automatisch für den Confederations Cup im kommenden Jahr in Brasilien qualifiziert.

Die Portugiesen stehen dagegen wieder mit leeren Händen da. «Wir sind sehr traurig», sagte Offensivmann Nélson Oliveira. «Am Ende hat das Glück entschieden», meinte Flügelstürmer Nani. Und Trainer Paulo Bento klagte: «Wir waren in den 90 Minuten besser, aber haben unsere Chancen nicht genutzt.»

Spanier lange wirkungslos Völlig überraschend hatte sich Spanien-Coach del Bosque nach der Dauerdebatte um die Offensivformation diesmal für den gelernten Stürmer Alvaro Negredo entschieden. Der 26-Jährige vom FC Sevilla war zuvor bei der EM nur eine Minute zum Einsatz gekommen, erhielt aber den Vorzug vor Fernando Torres und Fábregas. Viel bewirkte Negredo nicht, schon nach 53 Minuten musste er seinen Platz wieder für Fábregas räumen. Die gefürchteten Ballpassagen der Spanier blieben lange wirkungslos und wurden von den Zuschauern sogar mit Pfiffen und Buhrufen begleitet.

Die Portugiesen setzten ihre Hoffnung wie gewohnt in Ronaldo und kämpften sich mit viel Leidenschaft in die Partie. Nach zögerlichem Beginn störten sie die Kreise der Spanier früher und beeindruckten den Favoriten damit.

Nur bei einem Schuss von Ronaldo-Bewacher Álvaro Arbeloa in der 9. Minute und einem Schlenzer von Andrés Iniesta (29.) wurden die Spanier in Hälfte eins gefährlich. Beide Versuche strichen jedoch über das Tor. Auf der Gegenseite zog Ronaldo im Fallen von der Strafraumgrenze ab, der Flachschuss zischte knapp neben dem rechten Pfosten vorbei (31.). Längst hatte sich der Weltfußballer von 2008 seinem Schatten Arbeloa entzogen und wich zunehmend in die Mitte aus.

Plan B fehlte In der zweiten Halbzeit kamen Xavi und Co. mit ihrem routinierten Rasenschach erneut nicht voran, ein Plan B fehlte ihnen. Schon nach einer Stunde reagierte Coach del Bosque zum zweiten Mal: Jesús Navas, Siegtorschütze gegen Kroatien, ersetzte den wirkungslosen David Silva. Besser wurde das Spiel des Titelkandidaten aber nicht.

Stattdessen trat Ronaldo in der 73. Minute in typischer Westernpose zum Freistoß an, sein Schuss aus 25 Metern war jedoch um einen halben Meter zu hoch angesetzt. Sekunden vor dem Ende verpasste der Superstar von Real Madrid bei einem Konter zum wiederholten Mal das mögliche 1:0, als sein Schuss weit über das Tor flog.

Letzte Verlängerung beim WM-Finale Zuletzt hatten sich die Spanier vor zwei Jahren im WM-Finale gegen die Niederlande über 120 Minuten quälen müssen. Damals hieß der Retter Iniesta. In der 104. Minute hatte der Spielmacher des FC Barcelona erneut die Entscheidung auf dem Fuß. Nach Flanke von Jordi Alba scheiterte Iniesta aber mit seiner Direktabnahme an Keeper Rui Patricio. Auch beim Schuss von Jesus Navas war der Schlussmann zur Stelle (111.).

Die Portugiesen wirkten nun müde und konnten den alten Rivalen nicht mehr so effektiv am Vorwärtsgang hindern. Mit letzter Not retteten sie sich ins Elfmeterschießen - und scheiterten doch.

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