Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Eurokrise

Spanische Banken benötigen mindestens 40 Milliarden Euro

Washington Der spanische Bankensektor benötigt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Krisenpuffer von mindestens 40 Milliarden Euro. Die Finanzminister der Euroländer beraten heute über Hilfsmaßnahmen.

Spanische Banken benötigen mindestens 40 Milliarden Euro

Spanien braucht dringend frisches Kapital für seine Banken. Foto: Jens Büttner

Dieses Ergebnis eines Stresstests geht aus einem IWF-Bericht über die Stabilität des spanischen Finanzsystems hervor, der in Teilen am Freitagabend (Ortszeit) in Washington veröffentlicht wurde. Der tatsächliche Kapitalbedarf sei wegen möglicher Kosten für Restrukturierungen und Kreditausfälle sogar bis zu doppelt so hoch, sagte eine IWF-Mitarbeiterin in einer Telefonkonferenz. Eine milliardenschwere europäische Hilfsaktion für Spanien rückt näher. Die Finanzminister der Eurogruppe wollen noch an diesem Samstag über die gefährliche Bankenkrise in Spanien beraten. Der Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker setzte für 16.00 Uhr (MESZ) eine Telefonkonferenz der Ressortchefs an.

Noch offen ist allerdings EU-Diplomaten zufolge, ob bei der Konferenz der Minister bereits ein offizieller Hilfsantrag erfolgt und konkrete Beträge auf den Tisch gelegt werden. Erwartet wird aber, dass die Finanzminister der 17 Euro-Länder zumindest ein starkes politisches Signal geben, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Aus Kreisen der Eurogruppe verlautete, Spanien habe bislang noch keinen Antrag gestellt. Man will aber vorbereitet sein, wenn ein solcher Antrag kommt, hieß es. Der Weltwährungsfonds meint, dass der Bankensektor des Landes im Kern gegen eine weitere Verschlechterung der spanischen Konjunktur gewappnet sei. So hätten die größten spanischen Institute eine ausreichende Kapitaldecke. Es gebe aber in manchen Segmenten und bei bestimmten Instituten Anfälligkeiten. Deshalb werde insgesamt der zusätzliche Finanzpuffer benötigt, um die von Notenbankern ausgearbeiteten schärferen Eigenkapitalregeln («Basel III») einhalten zu können. Zudem müssten zum Schutz des Finanzsystems Reformen voll umgesetzt und ein glaubhafter Rückhalt aufgebaut werden.

Der Stresstest habe nicht zur Absicht gehabt, eine definitive Größe des Kapitalbedarfs zu ermitteln, sondern vor allem Schwächen im Finanzsektor festzustellen, betonte der IWF. Die Veröffentlichung von Teilen des eigentlich für Montag angekündigten Reports erfolgte möglicherweise am Vorabend einer Beantragung Spaniens von Geldern beim Euro-Rettungsfonds EFSF, mit denen ein Bankenkollaps abgewendet werden soll. Bis zuletzt hieß es aus Madrid, vor einer Entscheidung müssten erst Berichte über den Zustand der spanischen Finanzhäuser vorliegen.

Spanien kämpft gegen eine massive Bankenkrise und steckt in der Rezession. Allein die Krisenbank Bankia will vom Staat für seine Sanierung insgesamt mehr als 23 Milliarden Euro. Vor allem eine Vielzahl «fauler» Immobilienkredite hat die Bankenbranche in die Krise gestürzt.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Finanzamt an Kosten für Gartenarbeit beteiligen

Berlin (dpa/mn) Gartenarbeit kann teuer sein - besonders wenn Expertenhilfe in Anspruch genommen wird. Eigenheimbesitzer haben die Möglichkeit, einen Teil der dabei entstandenen Kosten von der Steuer abzusetzen, erklärt die Eigentümergemeinschaft Haus & Grund.mehr...

Wirtschaft

Steuerbonus für den Frühjahrsputz im Garten

Berlin (dpa/tmn) Für den Frühjahrsputz im Garten können Hausbesitzer einen Steuerbonus in Anspruch nehmen. Zumindest ein Teil der Aufwendungen lässt sich absetzen - auch bei der Gestaltung eines neuen Gartens.mehr...

Wirtschaft

Dienstleistungen im Garten steuerlich geltend machen

Berlin (dpa/tmn) Wer eine Hilfe bei der Gartenarbeit beschäftigt, kann diese bei der Einkommensteuererklärung geltend machen. Darauf weist der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland hin.mehr...

Dubioser "Diamantenhandel"

Unister-Betrug: Finanzvermittler aus Unna angeklagt

LEIPZIG/UNNA Im mysteriösen Betrugsfall um den Gründer des Internet-Unternehmens Unister, Thomas Wagner, ist Anklage gegen einen Finanzvermittler erhoben worden. Der 69-Jährige Mann aus Unna soll ein betrügerisches Kreditgeschäft mit einem angeblichen isrealischen Diamantenhändler eingefädelt haben.mehr...

Wirtschaft

Steuerbehörde darf bei Verdacht Daten zurückhalten

Karlsruhe (dpa) Beim Verdacht auf Steuerhinterziehung dürfen Behörden heimlich Daten horten. Sie müssen diese Daten auch nicht unbedingt herausrücken, entschied das Bundesverfassungsgericht in einem am Freitag (28. März) veröffentlichten Beschluss.mehr...