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Sparkassen bauen digitale Angebote aus

Frankfurt/Main. Noch leisten sich die Sparkassen ein dichtes Filialnetz auch auf dem Land. Doch vielerorts bleiben die Kunden aus. Die Anpassung an die digitale Welt ist nicht die einzige Herausforderung für die Institute.

Sparkassen bauen digitale Angebote aus

Dank junger Flüchtlinge steigen die Ausbildungszahlen. Foto: Patrick Seeger

Mit neuen digitalen Angeboten wollen Deutschlands Sparkassen angesichts der sinkenden Bedeutung der Filiale Boden gutmachen.

„2018 wird ein Jahr sein, in dem die Sparkassen wesentliche Innovationen für eine breite Kundschaft einführen werden“, kündigte der seit Jahresbeginn amtierende Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, am Mittwoch in Frankfurt an.

So soll beispielsweise das Angebot „Kwitt“ für das schnelle Geldsenden von Handy zu Handy für Kunden anderer Kreditinstitute geöffnet werden. Zudem wollen die Sparkassen ab Mitte 2018 Echtzeit-Überweisungen flächendeckend ermöglichen.

Solche Investitionen seien aber keine Absage an die klassische Filiale, betonte Schleweis: „Die Filiale ist nicht tot.“ Zwar wurde das vergleichsweise dichte Netz der öffentlich-rechtlichen Institute im vergangenen Jahr weiter ausgedünnt. Die Zahl der Zweigstellen, in denen Kunden von Mitarbeitern bedient werden, sank mit 9868 erstmals unter die Marke von 10 000. Inklusive Selbstbedienungsstellen betrieben die Sparkassen 13 305 (Vorjahr: 13 779) Standorte.

„Es gibt in unserer Gruppe aber keine Pläne, uns systematisch aus dem ländlichen Raum zurückzuziehen“, versicherte Schleweis. Gut ein Viertel der Sparkassen-Filialen finde sich unverändert im ländlichen Raum. „Ich glaube, dass die Filiale Zukunft hat - wie viel Zukunft, werden unsere gesellschaftliche Entwicklung und die Kunden letztlich entscheiden“, sagte der langjährige Chef der Sparkasse Heidelberg.

2017 retteten höhere Gebühren, steigende Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft und Kosteneinsparungen den Sparkassen im Zinstief die Bilanz. Unterm Strich verdienten die Institute mit 2,2 Milliarden Euro sogar 149 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor. Eine deutliche Erhöhung der Preise werde allerdings nicht jedes Jahr durchsetzbar sein, sagte Schleweis. „Das Provisionsergebnis wird sich (...) künftig nicht in gleichem Maße steigern lassen. Deshalb wird es in den nächsten Jahren in unseren Geschäftsergebnissen Einbußen geben.“

Gefragt bleiben die Sparkassen als Kreditgeber im Mittelstand: Zum Jahresende 2017 hatten sie Darlehen im Volumen von rund 794 (Vorjahr: 769) Milliarden Euro im Bestand. Die Kundeneinlagen erhöhten sich trotz mickriger Zinsen auf 911 (890) Milliarden Euro. Die Ergebnisse beziehen sich auf 390 Sparkassen, vor Jahresfrist waren es noch 403. Nach jüngsten Zahlen gibt es bundesweit noch 386 Sparkassen.

Verbesserungsmöglichkeiten sieht der neue DSGV-Präsident bei den Strukturen der Finanzgruppe. „Mit vier großen Landesbanken nähern wir uns einer optimale Struktur deutlich an. Gleichwohl gibt es durch eine verbesserte Zusammenarbeit noch erhebliches Potenzial“, bekräftigte Schleweis. Er erwarte aber eher eine allmähliche weitere Konsolidierung und keine Revolution. Schleweis hatte den DSGV-Vorsitz von Georg Fahrenschon übernommen, der wegen einer Affäre um verspätet eingereichte Steuererklärungen zurückgetreten war.

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