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Sparkassen wollen Landesbanken neu ordnen

Berlin (dpa) Die Sparkassen wollen die sieben noch eigenständigen Landesbanken in drei große Blöcke im Norden, Mitte und Süden Deutschlands bündeln. Das sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht von «handelsblatt.de».

Sparkassen wollen Landesbanken neu ordnen

Derzeit wird eine Zusammenfassung von LBBW und BayernLB mit dem Mittelstandsgeschäft der WestLB diskutiert.

Auf einen entsprechenden Vorschlag habe sich die Spitze der Sparkassenverbände am vergangenen Montag geeinigt. Sparkassenpräsident Heinrich Haasis warnte vor Tatenlosigkeit. Er wolle die Neuordnung «im Einvernehmen mit den Ländern» erreichen, sagte er dem «Handelsblatt» (Freitag). Ob es allerdings noch in diesem Jahr zu einer Absichtserklärung komme, ließ er offen.

Die Sparkassenverbände sind zusammen mit den jeweiligen Bundesländern gewichtige Eigentümer der Landesbanken. Das «Handelsblatt» zitiert Sparkassenkreise, wonach die Bundesregierung und die Kommunen ihre Unterstützung für das Vorhaben signalisiert hätten. Aus Niedersachsen sei aber bereits ein klares Nein gekommen, Nordrhein-Westfalen habe Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Haasis erklärte, zwar werde die von den Sparkassen angestrebte Neuordnung «zweifellos Arbeitsplätze kosten». «Nur - wenn man zu spät handelt, kostet das noch mehr Arbeitsplätze. Und dann gefährdet man auch im Markt erfolgreiche Teile. Vor diesem Hintergrund ist es mindestens fünf vor Zwölf, um in Übereinstimmung aller Träger bei den Landesbanken zu handeln», ergänzte Haasis.

Eine Möglichkeit sieht die Zusammenfassung von LBBW und BayernLB mit dem Mittelstandsgeschäft der WestLB vor, die aufgespalten werden soll. Der andere Teil der Düsseldorfer Landesbank, der Bereich Kapitalmarkt, könnte demnach mit Dekabank und Helaba kombiniert werden. Schließlich könnten HSH Nordbank und NordLB zusammengefasst werden. Offen sei noch, ob das Kapitalmarktgeschäft der Dekabank ausgegliedert werde und sich die Bank zukünftig wieder auf das reine Fondsgeschäft konzentrieren solle.

Der Beschluss der Sparkassenverbands-Spitze sieht vor, dass «problembehaftete, nicht rentable und nicht funktionsnotwendige Aktivitäten» zunächst bei den Landesbanken ausgegliedert werden sollen. Das «Handelsblatt» zitiert einen Landesbanker, wonach etwa der Sonderfonds der Regierung (SoFFin) genutzt werden solle, der unter anderem die Option für den Aufkauf riskanter Anleihen vorsieht.

Haasis betonte, die Finanzmarktkrise habe noch einmal deutlich gezeigt, dass sich das Geschäftsmodell der Sparkassen sehr gut bewährt habe. «Bei einigen Landesbanken hingegen besteht Änderungsbedarf.» Alle Sparkassen Deutschlands und ihre Verbände seien einheitlich der Auffassung, dass bei Landesbanken Engagements ohne realwirtschaftlichen Bezug, das sogenannte Kreditersatzgeschäft, deutlich zurückgefahren werden müsse.

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