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Bildungsmesse Didacta

Spaß am Lernen mit neuen Technologien und Humor

KÖLN Turbulente Zeiten fürs Bildungssystem: Zum einen sind da die Hunderttausende Flüchtlinge, für die der Bedarf an geeignetem Unterrichtsmaterial steigt. Zum anderen soll auch den heimischen Schülern das Lernen erleichtert werden. Dies sind zwei der Hauptthemen für die diesjährige Bildungsmesse Didacta in Köln.

Spaß am Lernen mit neuen Technologien und Humor

An einem Tisch mit Touchpad (SmartTable 442i) spielendrei Frauen. Auf der Bildungsmesse Didacta sollen neue Lerntechnologien vorgestellt werden.

Mit den Hunderttausenden Flüchtlingen, die neu an die Schulen in Deutschland gekommen sind, wächst auch der Bedarf an speziellen Unterrichts- und Lernmaterialien. 2015 sei die Nachfrage für Kitas, Schulen und Erwachsenenbildung deutlich gestiegen, berichtete der Verband Bildungsmedien am Donnerstag vor Start der weltgrößten Bildungsmesse Didacta in Köln. Allein für die Sprachförderung in den Übergangs- oder Willkommensklassen habe die Branche inzwischen weit über 1000 Titel im Angebot, sagte Verbandschef Wilmar Diepgrond.  

Die Integration der Flüchtlinge stelle das Bildungssystem vor große Herausforderungen, was aber nicht als Problem, sondern als Bereicherung und „große Chance“ zu sehen sei, betonte Wassilios Fthenakis, Präsident des Didacta-Verbands. Sprache sei als „Instrument der Teilhabe“ essenziell. Sprachförderung gehe aber bisher noch „selten über Altbekanntes hinaus“, fokussiere sich zu stark auf Vokabeln, Grammatik, Syntax. Die Konzepte müssten weiterentwickelt und modernisiert werden. Schon jetzt habe jedes dritte Kind unter zehn Jahren einen Migrationshintergrund, der Anteil werde zunehmen.

Stimmung lockern, Spannung erzeugen

Doch nicht nur mit neuen Lernmaterialien soll den Schülern das Arbeiten erleichtert werden. Eva Ullmann, Referentin bei der weltgrößten Bildungsmesse Didacta, wirbt für Humor im Unterricht. „Humor hat viele Funktionen. Er kann die Lernatmosphäre beflügeln, die Stimmung lockern, Spannung erzeugen, aber auch Lerntiefe schaffen“, sagt Ullmann, Gründerin des Deutschen Instituts für Humor. Richtig dosiert und eingesetzt, führe Humor zu einem lebendigeren Unterricht und könne Motivation und Konzentration der Schüler steigern. 

Die Offenheit für das Thema wachse an den Schulen, berichtet Ullmann, die seit Jahren Seminare anbietet. „Ich bin sehr entzückt und überrascht, wie viel Humor in den Einzelpersonen liegt. Humor wird aber nicht an allen Schulen als nützliche Ressource gesehen.“ „Leichtigkeit und Spielfreude“ seien oft noch schwach ausgebildet. Die Bildungswirtschaft stelle für den Integrationsprozess neue Materialien, Technologien und Bildungskonzepte bereit, die auf der Didacta ab kommenden Dienstag präsentiert werden, sagte Fthenakis.

Für alle Klassen und Schulformen

Dabei seien humorvolle Elemente für alle Altersklassen und Schulformen geeignet. Auch für alle Fächer. Gerade in den logischen, stark strukturierten Naturwissenschaften plädiere sie auch mal für spaßige Methoden: so könne man etwa im Chemieunterricht beim Wiederholen des Periodensystems Arbeitsblätter im Comic-Stil austeilen, in denen die Atome als bunte Figuren auftreten. Einige Studien hätten bereits belegt, dass Humor beim nachhaltigen Einprägen des Lernstoffs helfe.

Pädagogen müssten nicht befürchten, dass sie sich zum Clown vor der Klasse machen. Allerdings gelte: „Eine gewisse Autorität und Dominanz muss ich als Lehrer schon mitbringen.“ Und nicht jede Art von Humor passe: „Es gibt einen sozialen, liebevollen Humor, der niemanden herabsetzt und Nähe schafft im Unterricht.“ Ironie verstehen Schüler in der Regel erst ab der sechsten, siebten Klasse. Bissiger, aggressiver Humor sei mit Vorsicht zu genießen, er könne aber zum Beispiel Distanz zu einer bestimmten Sachproblematik erzeugen. 

Kaum digitale Bildung

Nachholbedarf habe Deutschland laut Wassilios Fthenakis bei der digitalen Bildung. Deutschland investiere hier zu wenig, die virtuelle Kompetenz der Kinder müsse gestärkt werden. Diepgrond zufolge ist die Nachfrage nach digitalen Medien nach wie vor sehr gering. Das liege vor allem an den Rahmenbedingungen - etwa fehlende technische Ausstattung oder geringe Finanzmittel der Schulen.

Die Didacta 2016 rückt digitales Lernen, den gemeinsame - inklusiven - Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung sowie die Integration von Flüchtlingen in den Mittelpunkt.

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