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Spenden: Woran man seriöse Projekte erkennt

Rostock/Berlin (dpa/tmn) Vielen ist die Quittung für die Steuer wichtig. Aber im Normalfall erwartet ein Spender nichts zurück. Einzige Voraussetzung für die Gabe ist die, dass das Geld seinem Zweck zugeführt wird.

Spenden: Woran man seriöse Projekte erkennt

In welche Dose soll das Geld? - Spendensiegel helfen Verbrauchern bei der Auswahl. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

Weil aber gerade in der Vorweihnachtszeit immer mehr Organisationen für sich werben, ist auch die Unsicherheit groß. Auf der sicheren Seite sind Spender Experten zufolge am ehesten bei Projekten in ihrer Nähe.

«Das unterschwellig ungute Gefühl ist bei allen vorhanden», sagt Jürgen Wins von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. Zum einen werben in der Vorweihnachtszeit zahlreiche Organisationen um Geld. Außerdem hat die Spendenaffäre beim etablierten Kinderhilfswerk UNICEF in diesem Jahr auch das Vertrauen in die Organisationen einer Probe unterzogen.

Vor der Spendenaffäre habe er empfohlen, am Ort zu helfen oder auf das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) in Berlin zu vertrauen, sagt Wins. Das Siegel steht für den besonders verantwortungsvollen Umgang mit Spenden. Auch UNICEF trug das Siegel. Derzeit taucht die Organisation auf der DZI-Liste aber nicht auf. In der zweiten Oktoberhälfte stellte die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen zu den Vorgängen rund um einen Untreueverdacht ein, wegen dem das DZI sein Siegel entzogen hatte. Und Wins empfiehlt heute allen, die ganz sicher gehen wollen, vor allem «Projekte um die Ecke, die man selbst kontrollieren kann.»

Das könne zum Beispiel der Lehrer sein, den man seit 20 Jahren kennt und der Hilfsgüter nach Kasachstan transportiert. Wem Kinder in Afrika am Herzen liegen, helfe das allerdings nicht. Dann sei das Spendensiegel besser als nichts. Das DZI und der ebenfalls in Berlin ansässige Deutsche Spendenrat empfehlen geprüfte Mitglieder und vergeben nach einer Prüfung ein Siegel. «Struktur, Satzung, Werbung und Finanzen werden unter die Lupe genommen», erklärt Tanja Ibrahim vom DZI.

Allerdings sei es nur möglich, «Organisationen positiv zu empfehlen», erläutert Daniela Felser vom Spendenrat. «Warnungen sind aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Denn wo es keine Sammlungsgesetze gibt, kann jeder sammeln - wofür auch immer.» Und nicht in jedem Bundesland gibt es ein solches Gesetz.

Wo das doch so ist - zum Beispiel in Rheinland-Pfalz -, kann der Gesetzgeber Verbote verhängen. «Man sollte sich Zeit nehmen und Infomaterial zu Hause sorgfältig prüfen», rät Felser. Rechnung und Überweisung seien etwas Solides, sagt Wins. Allerdings gebe es bei Spenden grundsätzlich kein gesetzliches Rücktritts- oder Widerrufrecht. «Seriöse Institutionen räumen das aber freiwillig ein und lassen es sich gesondert unterschreiben», erläutert Ibrahim.

Steffen Beuys vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn warnt vor «aggressiver Straßenwerbung». Oft heiße es «Sind Sie auch dafür, dass es Tieren bessergeht?» - da sage keiner nein. Und genau darauf setzten die Werber. Beuys rät in solchen Fällen, nichts zu geben und nichts zu unterzeichnen. Gleiches gelte bei Telefonwerbung: «Die überrumpelt nur.»

Besser sei es daher zum Beispiel, Hundefutter ins Tierheim zu bringen. «Das hat 100 Prozent Erfolg», sagt Wins. «Wenn Tierschutz, dann vor Ort und gegebenenfalls zweckgebunden überweisen», rät Beuys. Denn wer ein Stichwort angibt, binde die Organisationen an den Verwendungszweck.

Alle Spendenorganisationen: www.dzi.de/bulletin.htm

Goldene Regeln für Spender: www.spendenrat.de

Verbote und Warnungen: www.add.rlp.de

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