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Sportschule Freiburg - Keine kleinen Olympioniken

Freiburg (dpa) Eine bewegte Schule: Die Sportgrundschule der Freien Turnerschaft (FT) Freiburg verbindet in ihrem Konzept Denken mit Handeln und Bewegen. Neun Stunden Bewegung pro Woche stehen in der ersten Ganztags-Sportgrundschule Deutschlands auf dem Stundenplan.

Sportschule Freiburg - Keine kleinen Olympioniken

Schüler der ersten Sportgrundschule in Deutschland erklimmen unter Aufsicht einer Lehrerin in Freiburg eine Kletterwand. (Bild: dpa)

Das sind sechs bis sieben Stunden mehr als in herkömmlichen Grundschulen. «Unsere Schüler sind aber in keinster Weise Olympioniken», betont Schulleiter Günther Giselbrecht. Der Leistungssport-Gedanke habe bei der Gründung im September 2007 der Schule keine Rolle gespielt. «Es sind ganz normale Kinder - darunter etliche, die Bewegung nötiger haben als der Durchschnitt.»

Bewegung ist für die Pädagogen der Sportgrundschule das Tor zum Lernen, nicht nur das Beiwerk. Das Hauptziel sei Erhalt und Verbesserung der ganzheitlichen Gesundheit der Kinder mittels der Stärkung körperlicher und sozialer Fähigkeiten. «Die Sportgrundschule will dem Phänomen Bewegungsmangel frühestmöglich entgegen wirken», sagt Giselbrecht. «Die Verbindung zwischen motorischem und kognitivem, schulischem Lernen soll noch enger geknüpft werden», betont die Lerntrainerin Brigitte Haberda. Die Sportkinesiologin hat das Lernkonzept «Klipp & Klar» erarbeitet, das in der Sportgrundschule angewendet wird.

19 Schüler besuchten die erste Klasse im ersten Schuljahr. Nach den Sommerferien werden 25 Schüler hinzukommen. «Wir hatten mehr als 100 Bewerbungen», erzählt Giselbrecht. Die anvisierte Schülerzahl bei zwei Zügen sei 200 - 25 pro Klasse. Dies werde voraussichtlich 2011 der Fall sein, dann in einem neu errichteten Schulgebäude. Sechs Pädagogen arbeiten bislang in der Schule, zehn werden es nach den Ferien sein.

«Das große Interesse und die positive Resonanz bestätigen unser Konzept», sagt Giselbrecht. Entgegen einem Vorurteil litten die anderen Fächer unter der Betonung des Sportes keineswegs. Geschichte und Kultur, Gesellschaft und Wissenschaft werden den Kindern ebenso vermittelt wie physikalisches oder mathematisches Wissen, Sprache und Literatur sowie Ethik und Religion.

Als echte Ganztagsschule kann die Sportgrundschule auch viele Projekte anbieten: Musik, Theater oder Handwerk. Für das kommende Schuljahr haben die Schule und die Pädagogische Hochschule Freiburg ein Kunstprojekt mit dem Titel «Kreativität und Phantasie» vereinbart. Das sportliche Angebot der Schule reicht von Artistik bis Yoga. Träger der Einrichtung ist mit der FT Freiburg der größte Sportverein in Südbaden, auf dessen Gelände im Freiburger Osten die Schule auch steht. Die Einrichtung wurde bereits mehrfach ausgezeichnet - etwa vom Deutschen Olympischen Sportbund und mit dem Zertifikat GSB-Schule (Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt) Baden-Württemberg.

Einen Wunsch hat Schulleiter Giselbrecht noch: Das weibliche Geschlecht ist bislang unterrepräsentiert. Viele Eltern seien der Ansicht, dass ein solches Bewegungskonzept anders als der Lehrplan herkömmlicher Grundschulen ideal auf Jungen zugeschnitten sei. «Momentan ist das Verhältnis der männlichen zu den weiblichen Schülern etwa 2:1. Ich hoffe, dass sich das bald angleicht.» Denn Mädchen profitieren von einer Sportgrundschule seiner Überzeugung nach noch mehr als Jungen.

FT Freiburg: www.ft1844-freiburg.de

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