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Sprache bewegt

EICHLINGHOFEN Kinder, die ihrem natürlichen Bewegungsdrang folgen und nicht nur vor dem Fernseher oder dem Computer hocken, begreifen Begriffe besser. Dr. Stefanie Kuhlenkamp informierte in Eichlinghofen über den Zusammenhang von Sprache und Bewegung.

von Von Birgit Mader

, 26.10.2007
Sprache bewegt

Dr. Stefanie Kuhlenkamp vom Bewegungsambulatorium der Uni betrachtet Bewegung und Sprache als Einheit.

Was passiert, wenn man eine Lakritzschnecke aufrollt und sie ohne Hilfe der Hände isst? Man hat erstens viel Spaß und erkennt zweitens, dass viele Faktoren zusammen wirken müssen, unter anderem zuhören, Worte in Handlung umsetzen, feinmotorisches Geschick beweisen, um diese scheinbar einfache Aufgabe zu lösen.

Über die Beziehung von Bewegung und Sprache in der kindlichen Entwicklung referierte Dr. Stefanie Kuhlenkamp am Mittwochabend im Hochschulkindergarten in Eichlinghofen. Die Elterninitiative wurde im letzten Jahr mit dem Zentrum für Beratung und Therapie der Uni Dortmund als Familienzentrum zertifiziert und führt im Rahmen einer "Eltern-Uni" regelmäßige Vortragsveranstaltungen durch. Der Einladung von Ralf Coaus, dem 1. Vorsitzenden der Initiative, folgte ein kleines, aber höchst interessiertes Publikum.

Dr. Kuhlenkamp (34), promovierte Diplompädagogin und Therapeutin, stellte klar, dass sprachliche und motorische Aspekte bei der Entwicklung eines Kindes gemeinsam betrachtet werden müssen. "Vom Greifen zum Begriff" überschrieb sie ihre Ausführungen, wonach ein Kind lernt, Handlungen Namen zuzuordnen. Die körperliche Kommunikation eines Kleinkindes schafft die Basis für den Spracherwerb. Je mehr Handlungen und Interaktionen ein Kind ausführt, desto intensiver lernt es, sich sprachlich auszudrücken.

Bei Sprachdefiziten kann die Förderung über Interaktion und nicht nur über stures Üben daher ein erfolgreicher Ansatz sein. "Spaß und Freude sind Voraussetzungen für?s Lernen und Weiterentwickeln", sagt Dr. Kuhlenkamp.

Im Bewegungsambulatorium der Uni, dessen Geschäftsführerin sie ist, werden derzeit Kinder zwischen vier und vierzehn Jahren gefördert.

www.familienzentrum.uni-dortmund.de