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Spracherkennungssoftware ergänzt die Tastatur

München/Duisburg (dpa/tmn) Was vor 20 Jahren wie Science Fiction klang, ist heute Realität: Computer hören aufs Wort. Nuance hat mit «Dragon NaturallySpeaking 10» jetzt die neueste Version seiner PC-Spracherkennungssoftware vorgestellt.

Spracherkennungssoftware ergänzt die Tastatur

Die beiden wichtigsten Spracherkennungsprogramme - «Dragon NaturallySpeaking» und «Voice Pro» - erscheinen jetzt in neuen Versionen. (Bild: Nuance/dpa/tmn)

Konkurrent Linguatec hatte zuvor einen Nachfolger von «Voice Pro 11» für den Herbst angekündigt. Damit wird die jüngste Generation der zwei wichtigsten Programme im Handel sein. Was bringen sie, und für wen lohnt sich solche Software?

Laut Linguatec wurde beim Entwickeln besonderes Augenmerk auf den Einsatz unter Vista, eine bessere Erkennungsgenauigkeit und intuitive Bedienung gelegt. Ähnlich sieht es bei Nuance aus. Neu bei «Dragon NaturallySpeaking 10» sollen sein: eine bessere Erkennung in weniger Zeit, intuitive Sprachbefehle und dadurch eine bessere PC-Steuerung.

Neben Outlook, Internet Explorer und den Anwendungen des Office-Pakets unterstützt Dragon jetzt auch Firefox und Thunderbird. Ohne Training fange der Nutzer bei rund 80 Prozent Erkennungsgenauigkeit an, sagt Martin Held von Nuance. Das Optimum von 99 Prozent sei nur durch Trainieren der Software zu erreichen.

Dabei muss der Anwender vorgegebene Texte laut lesen. «Aus diesen akustischen Signalen ermittelt das System dann die für den jeweiligen Nutzer typischen Merkmale», erklärt Wolfgang Hoeppner, Professor für Computerlinguistik an der Uni Duisburg-Essen.

Anders als vor Jahren sollen auch gleichlautende Wörter mit völlig unterschiedlicher Bedeutung moderne Programme nicht mehr aus dem Takt bringen. Dafür gibt es Textdatenbanken. Mit deren Hilfe kann der Rechner Wörter wie «mehr» und «Meer» anhand der Wahrscheinlichkeit, mit der sie zusammen mit anderen, schon genannten Wörtern vorkommen, unterscheiden. Generell gilt: «Je stärker eingeschränkt der Wortschatz, desto besser ist die Spracherkennung», sagt Hoeppner.

Daher habe sich die Technik bereits in Branchen mit überschaubarem Wortschatz durchgesetzt: in der Medizin oder im Rechtswesen etwa. Nuance und Linguatec bieten für diese Nutzerkreise Versionen an, die den Fachwortschatz ab Werk intus haben. Jeder, der sich außerhalb eines eingeschränkten Wortschatzes bewegt, muss sich nach Hoeppners Ansicht mit einer geringeren Erkennungsgenauigkeit zufriedengeben.

Das Diktieren ist vor allem für Nutzer interessant, die viel schreiben müssen, das aber nicht allzu schnell und sicher können. Nuance verspricht Schreibtempos von bis zu 160 Wörtern pro Minute. So schnell sprechen Menschen einer Studie des Unternehmens zufolge.

Da die Programme parallel zur eigentlichen Anwendung laufen, muss der PC leistungsstark sein: Nuance empfiehlt mindestens ein Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM) und einen Prozessor mit 2,4 Gigahertz (GHz) (alternativ: Dual-Core-Prozessor mit 1,7 GHz). Die noch aktuelle Version von «Voice Pro» verlangt 1,5 GHz und 512 MB RAM.

Die Heimanwender-Version von «Dragon NaturallySpeaking» kostet ab 99, die Profi-Variante mit mehr Eigenschaften 199 Euro. Ärzte und Anwälte zahlen 999 Euro. Bei Linguatec kamen Letztere bisher günstiger weg: Die noch aktuellen entsprechenden Ausgaben von «Voice Pro» kosten 399, eine Vollversion für alle anderen Nutzer 199 Euro.

Ausgedient haben Tastatur und Maus dennoch nicht. Den Rechner nur noch mit Sprachbefehlen zu steuern, sei nicht sinnvoll, sagt Held von Nuance: Wer effizient arbeiten will, sollte alle «Schnittstellen» nutzen: beide Hände und - sozusagen als dritte Hand - die Stimme.

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