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Squeeze-Out und Börsenrückzug

Düsseldorf (dpa/tmn) - Hält ein Aktionär 95 Prozent an einem Unternehmen, darf er die übrigen Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Kreis der Anleger «herausdrängen». 

Außerdem kann er den anschließenden Rückzug von der Börse beschließen, die Papiere werden dann nicht mehr weiter gehandelt. «Der Minderheitsaktionär erhält üblicherweise ein Schreiben seiner Bank, die ihm das Verfahren ankündigt», sagte Carsten Heise von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in Düsseldorf. Später wird ihm die Barabfindung direkt auf sein Girokonto überwiesen.

Doch dem gehen einige wichtige Schritte voraus: Zunächst muss das Herausdrängen - der sogenannte «Squeeze-Out» - vom Hauptaktionär beantragt und ebenso wie die Barabfindung auf einer Hauptversammlung von allen Aktionären abgesegnet werden. Danach erfolgt eine Eintragung in das Handelsregister. «Reichen Anleger aber Anfechtungsklagen ein, verzögert sich der Eintrag», so Heise. Das Unternehmen hat in diesem Fall die Möglichkeit, abzuwarten oder eine vorzeitige Eintragung ins Handelsregister über das sogenannte Freigabeverfahren zu erreichen.

Üblicherweise werden die einzelnen Verfahrensschritte im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Sobald dort auch die Eintragung ins Handelsregister bekanntgegeben wurde, müssen die Banken ihre Kunden entsprechend informieren. Von den weiteren Verfahren im Hintergrund bekommt der Kleinaktionär nichts mehr mit: Üblicherweise werden seine inländischen Papiere auf einem Konto seiner Depotbank beim Zentralverwahrer Clearstream verwahrt. Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt und Luxemburg bucht diese Aktien dann um auf das Konto der Depotbank des Großaktionärs.

«Dieser lässt über seine Banken Zug um Zug für jede ihm gutgeschriebene Aktie die entsprechende Barabfindung zahlen. Die jeweilige Depotbank leitet das Geld dann an den Kunden weiter», sagt Heise. Damit der Kleinaktionär nicht um sein Geld bangen muss, muss der Hauptaktionär zuvor eine weitere Bank als Garant benennen. Diese springt bei eventuellen Zahlungsverzögerungen in die Bresche.

Aktuell kämpft der Kamera-Hersteller Leica mit Anlegern um den Squeeze-Out. Auch Aktien anderer Unternehmen wie etwa die des von der australischen Bank Macquarie übernommenen Energiedienstleisters Techem sollen von der Börse genommen werden.

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