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Staat verdient weniger an Rauchern

Wiesbaden. Der Fiskus verdient über die Tabaksteuer gut am Qualmen. Doch im ersten Quartal wurden weniger Zigaretten verkauft. Die Rückgänge fallen auch bei anderen Tabakwaren deutlich aus.

Staat verdient weniger an Rauchern

Der Staat weist seit längerem intensiver auf Gefahren des Rauchens hin. Foto: Jens Kalaene

Der deutsche Staat hat zum Jahresauftakt deutlich weniger an Rauchern verdient. Im ersten Quartal 2018 wurden Tabakwaren im Wert von 5,9 Milliarden Euro versteuert - ein Minus von 4,7 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Grund ist ein deutlich fallender Absatz von Zigaretten und anderen Tabakwaren, von denen der Fiskus über die Tabaksteuer profitiert.

Demnach wurden von Januar bis einschließlich März 6,8 Prozent weniger Zigaretten versteuert als vor Jahresfrist. Auch bei Feinschnitt (minus 6,9 Prozent) gab es Einbußen, der Absatz bei Pfeifentabak fiel gar um mehr als ein Fünftel (minus 22,3 Prozent). Zigarren und Zigarillos verkauften sich der Wiesbadener Behörde zufolge dagegen mit einem Plus von 11,2 Prozent deutlich besser.

Die Statistiker erfassen den Absatz über Steuerzeichen. Die Daten geben aber wenig Aufschluss darüber, wie viel tatsächlich geraucht wird. Denn viele Zigaretten werden nicht in Deutschland versteuert.

Der Staat weist seit längerem intensiver auf Gefahren des Rauchens hin: So wurden im Mai 2016 Warnungen und abschreckende Bilder auf Zigarettenpackungen vorgeschrieben. Auch wurde der Schutz von Nichtrauchern verschärft, etwa über strengere Regeln in Kneipen.

Der Konsum von Zigaretten und Pfeifentabak ist nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) 2017 jedoch leicht um 1,1 Prozent gestiegen. Die DHS beziffert die durch Rauchen entstandenen Kosten in Deutschland auf gut 79 Milliarden Euro jährlich. Davon entfallen 25,4 Milliarden etwa auf Arzneien und die Behandlung von Krankheiten wie Lungenkrebs sowie 53,7 Milliarden auf indirekte wirtschaftliche Kosten wie Produktionsausfälle.

In mittelfristiger Betrachtung ist der Zigarettenkonsum der Deutschen rückläufig. Pro Kopf rauchte jeder Bundesbürger 2016 statistisch gesehen 920 Fertigzigaretten und damit rund 100 weniger als noch im Jahr 2012. Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor. Nach Angaben der DHS sinken die Raucherzahlen vor allem bei Kindern und Jugendlichen, bei Erwachsenen im mittleren Alter gebe es keinen Rückgang.

Einige Raucher weichen auf E-Zigaretten aus, die als weniger gesundheitsschädlich gelten. Der Suchtstelle zufolge hat etwa jeder achte Deutsche (11,8 Prozent) schon E-Zigaretten probiert. Bei einem Großteil sei es aber bei einem einmaligen Konsum geblieben.

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