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Stabwechsel im Bahlsen-Konzern: Manager statt Familie

Hannover. Bahlsen setzt auf Veränderung. Der Senior-Chef des Keksherstellers zieht sich aus dem Alltagsgeschäft zurück und überlässt Managern von außen das Ruder. Doch ganz schwindet der Einfluss der Familie nicht.

Stabwechsel im Bahlsen-Konzern: Manager statt Familie

Firmenchef Werner M. Bahlsen steht mit dem Firmenwahrzeichen, dem zuvor gestohlenen goldenen Leibniz-Keks, vor dem Firmensitz. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Beim Keks- und Süßwarenhersteller Bahlsen zieht sich die Eigentümerfamilie aus dem Tagesgeschäft zurück. Der bisherige Firmenlenker Werner M. Bahlsen will die Führung in den kommenden Wochen an ein vierköpfiges Manager-Team übergeben.

Dies teilte er am Dienstag in Hannover mit. Kurz vor dem 130-jährigen Bestehen der Gruppe wird damit dann kein Familienmitglied mehr für das operative Geschäft des Konzerns mit einem Jahresumsatz von 559 Millionen Euro zuständig sein - eine Premiere in der jüngeren Firmengeschichte.

Werner M. Bahlsen, der am 13. April 69 Jahre alt wurde, will aber als Vorsitzender des neu geschaffenen Verwaltungsrates weiter über die langfristige Ausrichtung wachen. Dem Gremium wird auch sein Sohn Johannes (30) angehören. „Mit meinem ältesten Sohn Johannes im Verwaltungsrat als Vertreter der Familie binden wir frühzeitig die nächste Bahlsen-Generation in das Unternehmen ein“, erklärte er. Es sei eine Chance, dass beide Generationen dann gemeinsam über die strategische Aufstellung des Unternehmens diskutieren können.

Als „Kronprinzen“-Entscheidung für die Nachfolge will Bahlsen allerdings die Wahl von einem seiner vier Kinder für dieses Gremium nicht verstanden wissen. Neben den beiden Bahlsen-Mitgliedern gehören dem Verwaltungsrat die Geschäftsführer der Hülsta-Gruppe, Matthias Becker, der Axel-Springer-Firma Plug & Play Accelerator, Jörg Rheinboldt, und der ehemalige McKinsey-Direktor Peter Barrenstein an.

Werner M. Bahlsen war in dem Unternehmen mehr als vier Jahrzehnte lang tätig - seit 1999 in seiner jetzigen Position. Seine Nachfolge im operativen Geschäft werden Daniela Mündler, Michael Hähnel, Scott Brankin und ab Herbst dann Jörg Hönemann gemeinsam antreten. Bahlsen begründete dies als den „logischen nächsten Schritt“ und betonte mit Verweis auf die Mitte 2015 eingeleitete Neuausrichtung der Gruppe: „Das Unternehmen ist sehr gut für die Zukunft gerüstet.“

Bahlsen hatte sich eine Reform verordnet, bei der zum Beispiel die Ländergesellschaften mehr Freiheit bekamen. Sie leisten jetzt die Entwicklung neuer Produkte, die Werbung, den Vertrieb und die Produktion eigenverantwortlich.

Weiteres Potenzial sieht Bahlsen im Auslandsgeschäft, bei neuen Werbemethoden sowie neuen Produkten. In sechs Werken in Deutschland und Polen produzierten die 2830 Bahlsen-Mitarbeiter im vergangenen Jahr 142.000 Tonnen Kekse, Riegel und Gebäck, die die Gruppe in 55 Länder exportiert.

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