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Stadt sieht keinen Grund zum Wassersparen

EU-Gesetz

Mit Kopfschütteln quittiert man bei den Stadtwerken Witten den Regulierungswahn der Brüsseler Behörden. Nach dem Glühbirnen-Verbot soll den EU-Bürgern nun auch vorgeschrieben werden, wie sie zu duschen haben.

WITTEN

von Von Lisa Timm

, 19.08.2010
Stadt sieht keinen Grund zum Wassersparen

Laut EU sollen genormte Spar-Duschköpfe bald Standard werden.

Im Rahmen ihrer Strategie zu „Wasserknappheit und Dürre“ plant die Europäische Kommission, den Wasserbedarf in allen Privathaushalten der EU zu senken.

Genormte Spar-Duschköpfe sollen Standard werden. „Für extremes Wassersparen gibt es in Witten überhaupt keinen Grund“, sagt Helga Wilkens von der Stadtwerke-Pressestelle. „Die Prognosen aus den 70er Jahren zeigen einen doppelt so hohen Wasserverbrauch, als er sich heute tatsächlich darstellt“, so Wilkens. In den letzten zehn Jahren sei der Wasserverbrauch aber in den Wittener Privathaushalten um rund 15 Prozent gesunken. „Allein schon deshalb, weil viele Haushalte dazu übergegangen sind, wassersparende Armaturen, Toilettenspülungen und verbrauchsarme Haushaltsgeräte anzuschaffen“, weiß Helga Wilkens. Auch sei der Wasserverbrauch durch die Industrie stark zurückgegangen.

Das führt sogar dazu, dass Hauptversorgungsleitungen, die aufgrund der damaligen Prognosen entsprechend groß dimensioniert wurden, nun bei Erneuerungsarbeiten durch Rohre mit geringerem Durchmesser ersetzt werden müssen. So wird die Durchflussmenge gesichert. „Das ist notwendig, um sowohl technische als auch hygienische Risiken auszuschließen“, so Wilkens. Darauf hatte jüngst der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hingewiesen, der im Falle einer Umsetzung der EU-Pläne fatale Folgen für die Wasserwirtschaft prophezeite (RN berichteten). „Fließt zu wenig Wasser durch die Rohre, so droht die Gefahr der Verkeimung“, bestätigte auch Helga Wilkens.  Von daher sei die Umsetzung einer solchen EU-Verordnung für die hiesigen Verhältnisse völlig unangebracht, hieß es in einer Erklärung der VKU.