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Aldi-Abriss in der Warteschleife

Am Breul

Der Bauausschuss vertagt die Aufstellung des Bebauungsplans für den Marktneubau am Breul aus Enttäuschung über Präsentation ohne Planeinsicht.

STADTLOHN

, 18.10.2017
Aldi-Abriss in der Warteschleife

Der Aldi am Breul wurde 1997 errichtet. Jetzt ist es dort zu eng geworden. Der Markt soll abgerissen und neu errichtet werden.

"Wir haben uns an alle Anregungen der Nachbarn gehalten und die Pläne abgeändert“, erklärte der Investor Gernot Engler aus Gelsenkirchen am Dienstagabend im Planungs- und Bauausschuss der Stadt Stadtlohn. Das war eigentlich eine gute Nachricht für die Anwohner, die durch einen Neubau des Aldi-Marktes am Breul Beeinträchtigungen befürchtet hatten.

Dennoch vertagte der Ausschuss eine Entscheidung über die Aufstellung des dafür notwendigen Bebauungsplans. Der Grund: Der Investor sprach zwar über die Planänderungen, er zeigte sie dem Ausschuss und dem Publikum im Ratssaal aber nicht. Er hatte keine Präsentation vorbereitet. Kurz hielt Gernot Engler einen Papierplan in die Höhe, auf dem allerdings weder die Politiker noch die Zuschauer etwas erkennen konnten.

Vertagung beantragt

Den Politikern verschlug dieses Vorgehen die Sprache. Ohne inhaltlich auf die Pläne einzugehen erklärte Otger Harks sichtlich angefressen und mit einer Prise Sarkasmus: „Angesichts der unheimlich hohen Professionalität beantrage ich eine Vertagung der Beratung auf die Sitzung am 28. November.“ Der Ausschuss folgte ihm einstimmig ohne weitere Aussprache.

Im Januar hatte sich der Ausschuss zum ersten Mal mit den Plänen befasst. Der bestehende Aldi-Markt am Breul/Ginsterweg soll abgerissen und durch einen neuen, größeren Markt ersetzt werden. So soll die Verkaufsfläche auf 1200 Quadratmeter erweitert werden. Im derzeit gültigen Vorhaben- und Erschließungsplan ist die Verkaufsfläche auf maximal 930 Quadratmeter beschränkt.

Besorgte Nachbarn

Der Ausschuss hatte damals einhellig die Planungen im Grundsatz begrüßt, aber darauf gedrängt, dass der Investor mit den Nachbarn ein Einvernehmen herstellen solle.

Die Nachbarn am Berkelbogen befürchteten nicht nur Lärmbelästigungen durch den Anlieferverkehr und Lüftungsanlagen, sondern auch eine bedrängende und lichtraubende Wirkung durch den neuen Markt, der näher an ihre Grundstücksgrenze rücken soll.

Aldi rückt näher zum Breul

Nach einer Bürgerversammlung erstellte der Investor einen neuen Plan: Darin rückt das neue Marktgebäude von der Wohnbebauung ab. Um das zu ermöglichen, soll nun auch entgegen den ursprünglichen Absichten das Wohn- und Geschäftshaus direkt am Breul abgerissen werden.

Eine frühzeitige Bürgerbeteiligung soll Klarheit darüber bringen, ob die Bedenken der Nachbarn ausgeräumt sind. Doch das Verfahren ist nun erst einmal für einen Monat auf Eis gelegt. Zunächst muss der Ausschuss ja noch die Aufstellungsbeschlüsse für den Flächennutzungs- und Bebauungsplan auf den Weg bringen. Und das wollen die Politker erst dann tun, wenn ihnen der Investor seine Pläne vorgestellt hat – und zwar anschaulich. Kommentar

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