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Bienenbestände sind frei von Amerikanischer Faulbrut

Sperrbezirk aufgehoben

Die Sommerhonigernte ist schlecht, doch die Stimmung unter den Imkern in Stadtlohn und Gescher ist gut: Der Kreis Borken hat nach dem Ausbruch der „Amerikanischen Faulbrut“ im Mai gestern wieder Entwarnung gegeben.

STADTLOHN/GESCHER

, 10.08.2016

Der Fachbereich Tiere und Lebensmittel der Kreisverwaltung hob den nach Ausbruch der Tierseuche eingerichteten Sperrbezirk mit sofortiger Wirkung wieder auf. Bei der „Amerikanischen Faulbrut“ handelt es sich um eine bakterielle Brutkrankheit der Honigbienen.

„Uns allen fällt ein Stein vom Herzen“, sagt der Stadtlohner Imker Werner Konert. Er bezeichnet die Faulbrut als den „GAU (größter anzunehmender Unfall) für Imker, der ganze Bestände vernichten kann“.

Veterinärin Dr. Ellen Praha bestätigt das: „Ohne entsprechende Schutzvorkehrungen und Vorsorgemaßnahmen ist die Infizierung eines weiten Gebiets möglich.“ Daher sei die Seuche von Gesetzeswegen anzeigepflichtig. Imker müssten sich schon dann beim Kreis melden, wenn nur der Verdacht einer Infektion besteht.

Im Mai in Büren entdeckt

Die für die Bienenbestände gefährlichen Bakterien waren im Mai in einem Bienenvolk in Büren entdeckt worden. Der betroffene Imker hatte eine Laboruntersuchung veranlasst, weil er mit seinen Völkern auf Wanderschaft gehen wollte. Dabei waren die Bakterien nachgewiesen worden.

Den Imker selbst treffe keine Schuld, betont Klaus Kreyelkamp, Bienenseuchensachverständiger und Ehrenvorsitzender des Imkervereins Gescher-Stadtlohn-Vreden. Kreyelkamp: „Der betroffene Imker hat vorbildlich gearbeitet. Da war immer alles hundertprozentig sauber.“

Erreger kann lange überleben

Vor Infektionen schützt das aber nicht. Sie können zum Beispiel über räubernde Bienen, infizierten Futterhonig oder infizierte Geräte übertragen werden. Unter Umständen können von der Infektion bis zum Ausbruch der Seuche sogar Jahre vergehen. Der Erreger selber kann als Spore über 30 Jahre in der Umwelt überleben. Anders als in anderen Ländern sei in Deutschland die Bekämpfung der Seuche mit Antibiotika verboten. Daher, so Kreyelkamp, seien in deutschem Honig auch kein Antibiotika enthalten.

Das infizierte Bienenvolk wurde „ausgeschwefelt“, das heißt, die Bienen wurden getötet. Der Bienenkasten, Waben und Gerätschaften wurden anschließend verbrannt. Alle anderen 80 bis 100 Völker im Sperrbezirk wurden amtstierärztlich mit Unterstützung des Bienenseuchensachverständigen untersucht. Ein weiterer Befall wurde nicht entdeckt. Das Ergebnis hat jetzt eine zweite Untersuchung aller Bienenvölker bestätigt.

Auswirkungen auf die Honigernte hätte die amerikanische Faulbrut nicht gehabt, der Honig darf weiter verkauft werden. Der verregnete Sommer aber hat die Honigernte stark beeinträchtigt. Kreyelkamp: „Es gab fast gar nichts. Viele Imker haben sogar auf das Honigschleudern verzichtet. Für die Bienen beginnt jetzt schon der Winter.“

Nähere Informationen gibt zum Thema Faulbrut gibt es beim Fachbereich Tiere und Lebensmittel des Kreises unter Tel. (02861) 82 10 15 und e.praha@kreis-borken.de.

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